Gelsenkirchen: Zwei Männer starben nach HIV-Infektion – WAZ News


Gelsenkirchen. Der Welt-Aids-Tag erinnert auch an zwei Gelsenkirchener, die 2023 an den Folgen von HIV verstorben sind. Kostenlose, anonyme Tests können helfen.
Seit 36 Jahren wird am 1. Dezember vielerorts der Aids-Tag begangen, um das Bewusstsein für HIV und Aids zu schärfen und Solidarität mit Menschen zu zeigen, die mit HIV leben. Der Tag erinnert außerdem an die Menschen, die an den Folgen von HIV und Aids verstorben sind. Nach Angaben des Landesstatistikamtes sind in Gelsenkirchen im vergangenen Jahr zwei Männer an den Folgen der Infektion gestorben, in NRW waren es insgesamt 67.
Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, veranstaltet die Fachstelle für HIV und sexuelle Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen einen offenen Test- und Beratungstag im Gesundheitsamt. Interessierte können am Montag, 2. Dezember in der Zeit von 11 bis 15 Uhr ohne Termin bei der Fachstelle für HIV und sexuelle Gesundheit an der Kurt-Schumacher-Straße 4 vorbeikommen und mit den Beraterinnen Wiebke Wolf und Yvonne Brackmann ins Gespräch kommen, Informationsmaterialien und kleine Give-Aways abholen oder das kostenlose und anonyme Testangebot nutzen.
Auf eine Aufklärungs-Initiative der einstigen Familienministerin Prof. Rita Süßmuth aus der Hochphase der Aids-Infektionen Mitte der 1980er Jahre geht das Angebot der Gesundheitsämter zurück, kostenlose Beratungen und Tests rund um HIV-Infektionen und sexuelle Gesundheit anzubieten. In Gelsenkirchen hält diese Fachstelle noch heute ihr Angebot aufrecht, um möglicherweise Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich anonym testen und beraten zu lassen. Denn eines hat sich seit 1987 nicht wirklich verändert: Aids und andere sexuell übertragbare Infektionen sind weitgehend tabu; darüber spricht man ungern bis gar nicht.
„Ein Test ist kostenfrei, aber der Wert, den er für die eigene Gesundheit hat, ist unbezahlbar. Wer frühzeitig von der Infektion weiß, kann auch rechtzeitig eine effektive Behandlung erhalten“, erklärt Wiebke Wolf. Moderne Medikamente unterdrücken die Viruslast, schützen so die Gesundheit und verhindern die Weiterverbreitung des Virus.
Aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge gab es 2023 schätzungsweise 440 HIV-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen, deutschlandweit werden etwa 2.200 HIV-Neuinfektionen angenommen. Fast 38 Prozent der Neu-Diagnosen erfolgen in NRW erst mit fortgeschrittenem Immundefekt, davon mehr als die Hälfte erst im Vollbild Aids.
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Geschichte von HIV ist auch eine Geschichte des Kampfes gegen Stigmatisierung. Viele Menschen trauen sich aus Scham und Angst vor Diskriminierung nicht, Testmöglichkeiten und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. „Für viele Menschen ist es sehr wichtig, sich anonym beraten und testen zu lassen, dazu noch kostenfrei. Dies ist bei uns selbstverständlich auch das gesamte Jahr über möglich“, weiß Yvonne Brackmann von der Fachstelle für HIV und sexuelle Gesundheit zu berichten.
Kontakt:
Fachstelle für HIV und sexuelle Gesundheit
Kurt-Schumacher-Straße 4
Tel.: 0209 169 2329
E-Mail: sexuelle.gesundheit@gelsenkirchen.de
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen
Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – aus Essen, Deutschland und der Welt.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen

source

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*