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Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen startete vor zehn Jahren ein Projekt, das benachteiligten Jugendlichen Chancen eröffnete. Daraus ist ein Erfolgsmodell geworden.
Was kann eine Hochschule tun, um leistungsstarken jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft faire Chancen zu eröffnen? Diese Frage stand vor gut zehn Jahren am Anfang einer Idee – heute ist daraus ein landesweit beachtetes Erfolgsmodell geworden. Die Westfälische Hochschule entwickelte in Gelsenkirchen das Konzept der Talentförderung, aus dem später das NRW-Zentrum für Talentförderung hervorging. Am 7. Oktober feiert das Zentrum sein zehnjähriges Bestehen – mit einer großen Jubiläumsveranstaltung in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen.
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Von Gelsenkirchen aus – konkret vom Standort in Ückendorf – wird heute ein ganzes Netzwerk von Förderprogrammen koordiniert: Dazu zählen Schülerstipendien, die Qualifizierung von Lehrkräften, individuelle Beratungen, Talentscouting an Schulen sowie das TalentKolleg Ruhr, das mit Workshops in Fächern gezielt auf Studium oder Ausbildung vorbereitet.
Dass sich das Zentrum gerade in Gelsenkirchen so erfolgreich entwickeln konnte, ist kein Zufall. „Die Mehrheit der Jugendlichen hier kommt aus Familien ohne akademische Tradition, mit wenig Einkommen oder ohne Kenntnis des Bildungssystems. Netzwerke fehlen oft“, sagte Norbert Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums, in einem früheren Interview. Trotz guter Leistungen seien Karrierewege unter diesen Voraussetzungen deutlich schwerer zugänglich als für Jugendliche aus bildungsnahen, wohlhabenderen Elternhäusern. Talente bleiben häufig unerkannt – oder wie Kottmann es zuspitzte: „Armut verdeckt vorhandenes Talent.“
Mit dem Talentscouting, das in enger Kooperation mit Schulen vor Ort aufgebaut wurde, begann ein neuer, individueller Ansatz: Weg von standardisierten Formaten, hin zu langfristiger, persönlicher Begleitung – und einem klaren Blick auf das Potenzial der Jugendlichen, nicht auf ihre Herkunft. Schulen, Hochschulen und weitere Bildungsakteure müssten laut Kottmann „stärker dort agieren, wo sich Armut verdichtet.“
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Die Jubiläumsveranstaltung am 7. Oktober soll junge Talente sowie Gäste aus ganz NRW zusammenbringen. In einer Bühnenshow werden persönliche Bildungswege, Talentgeschichten und Perspektiven des Zentrums vorgestellt. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und endet gegen 19.30 Uhr. Eine offizielle Einladung mit Anmeldemöglichkeit soll noch bekannt gegeben werden.
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