„Wir sprechen weiter mit Bayern und Dortmund, aber Rhein Fire hat einfach Sinn ergeben“ – RP Online


Interview | Düsseldorf · David Young und Mario Bailey sind für die internationale Arbeit der Seattle Seahawks zuständig. Sie erklären, warum Nordrhein-Westfalen zur neuen Heimat für das NFL-Team in Deutschland auserkoren wurde. Und womit Rhein Fire den Rivalen Frankfurt Galaxy dabei als Partner ausstach.
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David Young ist „Chief Operating Officer“ der Seattle Seahawks und damit auch für die internationale Arbeit des NFL-Teams zuständig. Am 1. Juni war er zum ersten Mal bei einem Spiel der European League of Football dabei: Bei der Partie von Seahawks-Partner Rhein Fire gegen die Vienna Vikings.
Nichts Neues war ein solches Spiel vor über 20.000 Fans in Düsseldorf dagegen für Mario Bailey, „Vice President of Community Engagement and Legends“ bei den Seahawks und ehemaliger Footballprofi – unter anderem bei Frankfurt Galaxy in der NFL Europe.
Kurz vor Spielbeginn hatte unsere Redaktion die Möglichkeit, mit Bailey und Young über die Partnerschaft zwischen den Seahawks und Rhein Fire zu sprechen.
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David Young, die Partnerschaft der Seattle Seahawks mit Rhein Fire besteht nun offiziell seit fast neun Monaten, wie lautet Ihre erste Zwischenbilanz?
David Young Wir fangen gerade erst an. Wir denken langfristig. Die vergangenen Monate waren gut für Rhein Fire, sie sie sind zweifacher Champion. Es ist immer gut, mit Champions zusammenzuarbeiten. Wir haben viel gelernt beim Finale vergangenes Jahr. Nun sieht man uns bei jedem ihrer Heimspiele. Es geht also gerade erst richtig los, aber bisher war es großartig. Max (Paatz, Geschäftsführer von Rhein Fire, d.Red.) und sein Team könnten nicht hilfsbereiter und offener sein. Wir haben viel von ihnen gelernt, hoffentlich können wir das auch für sie tun.
Wie kam es überhaupt zu der Partnerschaft?
Young Ursprünglich haben wir für eine Partnerschaft nach Fußballklubs gesucht. Wir sprechen auch immer noch mit ein paar von ihnen, wie Bayern und Dortmund. Sie haben eine große, weltweite Plattform. Das ist sehr attraktiv. Aber dann dachten wir: Was ist unsere Mission? Wir wollen Football in Deutschland groß machen. Durch die Fußballklubs können wir sichtbar werden, aber es ist nicht ihre Mission. Sie wollen Fußball mit unserer Hilfe in den USA größer machen. Wir arbeiten nach wie vor eng mit ihnen zusammen. Aber für eine bedeutungsvolle Partnerschaft, die unserer Mission in Deutschland dient, brauchten wir ein Footballteam. Mit Rhein Fire hat es einfach Sinn ergeben. Es gibt ein paar Regionen in Deutschland, auf die wir uns fokussieren, wo wir wissen, dass dort unsere Fans sind. Nordrhein-Westfalen hat sich zu einer Art Heimat für uns entwickelt. Und so arbeiten wir mit Rhein Fire zusammen, um diese bedeutsamen Verbindungen hier vor Ort herzustellen und unsere gemeinsame Mission, den Football hier in Deutschland zu fördern, zu unterstützen.
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Mario Bailey, Sie haben mehrere Jahre für Frankfurt Galaxy gespielt. Wäre das für Sie nicht eine gute Wahl gewesen?
Mario Bailey Natürlich war das mein erster Gedanke. Aber als Teil der Seahawks geht es um das Geschäft, und ich denke, Rhein Fire war die beste Wahl. Neben dem Erfolg haben sie eine große Fanbase und in der Region gibt es viele Seahawks-Fans. Also haben wir Max kontaktiert. Es ist eine tolle Partnerschaft, und wir fangen gerade erst an.
Erinnern Sie sich an einen bestimmten Moment, an dem Sie festgestellt haben, dass Football hier in Europa eine große Sache ist?
Young Ich erzähle Ihnen meinen, aber Mario hat bestimmt einen besseren aus seiner Zeit hier. Als wir 2022 in München gespielt haben, wussten wir, dass uns viele Fans begleiten würden. Aber in die Stadt zu gehen und den Marienplatz voll mit Footballfans zu sehen, wovon die meisten Seahawks-Trikots trugen – das war der Moment, als ich gemerkt habe, da ist etwas.
Bailey Ich habe in Frankfurt gespielt, und das Stadion war immer voll, jedes Heimspiel. Dann sind sind wir hierher gekommen zu Rhein Fire und es war genauso. Die NFL Europe startete mit zwei deutschen Teams, am Ende waren es vier. Das hat mir den Stellenwert gezeigt.
Wann genau hat es die NFL realisiert? 2007 wurde die NFL Europe geschlossen, inzwischen wollen gefühlt alle Teams hier sein.
Young Elf Teams haben Marketingrechte, das sind die meisten für ein Land. Selbst Mexiko hat nur zu zehn.
Was macht Deutschland so besonders?
Young Als die NFL Europe endete, war es im Grunde die NFL Deutschland. Darüber hinaus sehe ich hier – und ich denke, die NFL auch – eine große Affinität für Sport. Egal, ob es Football ist, Fußball, Handball oder Hockey. Deutsche mögen es, sich zu versammeln. Wie geht das besser als mit Sport? Man schaut auch auf die Demographie und Wirtschaft. Deutschland ist der Mittelpunkt und der wirtschaftliche Motor Europas. Die Rhein-Ruhr-Region ist europaweit die zweitgrößte Region nach Bruttoinlandsprodukt. Also auch, wenn man nur aus geschäftlicher Sicht schaut, ist es sehr besonders. Man möchte ein Land, das in dieser Hinsicht sehr gut entwickelt ist, das in der Lage ist, Spiele zu besuchen und wirklich finanzielle Mittel für die Entwicklung des Sports bereitzustellen. Und genau das ist Deutschland.
Ist auch die European League of Football als Liga interessant für die NFL oder vor allem einzelne Teams?
Young Die ELF als Ganzes ist von Interesse. Die Indianapolis Colts arbeiten mit den Vienna Vikings zusammen, die Detroit Lions sind auf der Suche nach einer Partnerschaft mit einem ELF-Team. Jeder stiehlt Marios Idee. Generell ist es ein großes Interesse der NFL, sich mit anderen zu Verbinden, die am Football interessiert sind.
Welche Reaktionen bekommen Sie von ihren einheimischen Fans in den USA auf solche Partnerschaften wie Ihre mit Rhein Fire?
Young Ich denke, sie sehen es als etwas, worauf sie stolz sein können. Insbesondere bei den 12s (Bezeichnung für die Fans der Seahawks, d.Red.). Wir haben ein Fan-Programm mit dem Namen „12s everywhere“. Das ist für unser internationales Programm, beschreibt aber alle Fans außerhalb Seattles überall auf der Welt. Die Fans in Seattle sind stolz darauf, dass ihr Team so populär ist. Sobald du ein „12“ bist – egal ob in Deutschland, Australien, Kanada oder Seattle – bist du ein Teil der Familie.

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