
Stellv. Red.-Leiter
Gelsenkirchen. Die Stadt Gelsenkirchen bekommt einen renommierten Preis für ihre Taylor-Swift-Kampagne – und schafft es dieses Mal, allen Akteuren zu danken.
Die Stadt Gelsenkirchen hat einen renommierten Preis für ihre Taylor-Swift-Kampagne im Zuge der drei Konzerte des US-Superstars in der Veltins Arena erhalten: Für „herausragende Markenarbeit“ rund um den Ortsnamen „Swiftkirchen“ im letzten Sommer geht der German Brand Award 2025 in Gold an die Emscherstadt.
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Der Preis möchte herausragende Markenstrategien und kreative Ansätze würdigen. Die Nominierung der Gelsenkirchener Aktion erfolgte insbesondere für die Außenwerbung – genau hieß die Gewinner-Kategorie: „Excellence in Brand Strategy and Creation – Brand Communication – Ambient Media and Outdoor Advertising“.
Die Stadt hatte die drei Konzerte zum Anlass genommen, sich auf Anregung der seinerzeit 16-jährigen Schülerin Aleshanee Westhoff mit einem Augenzwinkern drei Tage lang in „Swiftkirchen“ umzubenennen, inklusive Ortsschild, das von Stadtgrafiker Uwe Gelesch eigens zu diesem Anlass designt wurde. Zahlreiche internationale Medien von Australien bis Zypern griffen den Ortsnamen und das Bildmaterial dazu auf und berichteten.
In der offiziellen Jury-Begründung heißt es: „,Swiftkirchen‘ zeigt eindrucksvoll, wie eine mutige und strategisch durchdachte Maßnahme weltweite Aufmerksamkeit für eine Stadt erzeugen kann. Die temporäre Umbenennung Gelsenkirchens in ‚Swiftkirchen‘ während der Taylor Swift-Konzerte war nicht nur eine kreative Idee, sondern auch ein starker Impuls zur Schärfung des Markenprofils der Stadt.“
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Weiter heißt es: „Die prägnante Umsetzung mit rund 30 Ortseingangsschildern an hochfrequentierten Orten erzeugte eine kraftvolle visuelle Präsenz und löste eine globale Berichterstattung aus.“ Das Projekt habe eine „strategische Markenführung mit einer klaren, wirkungsvollen und identitätsstiftenden Kommunikation“ verbunden. Es sei gelungen, nicht nur die Aufenthaltsqualität vor Ort zu steigern, sondern auch die Positionierung Gelsenkirchens als international relevanten Veranstaltungsort nachhaltig zu stärken.
Als sich die Stadt vor einigen Tagen in Form einer Pressemitteilung über die Nominierung freute, da ließ sie alle anderen Akteure hinter der Kampagne – etwa Aleshanee Westhoff oder die kreativen Köpfe hinter dem Taylor-Swift-Markt („Taylor Town“) in der Innenstadt – unerwähnt.
Einer dieser kreativen Köpfe, der Unternehmer Marius Rupieper („Eine gute Adresse“), zeigte sich deshalb in einer öffentlichen Reaktion „enttäuscht und verwundert über den amateurhaften Umgang“. Grund dafür war aber nicht nur die Pressemitteilung, Rupieper machte das aus seiner Sicht „unfaire“ Vorgehen auch an zahlreichen anderen Punkten fest. Etwa ging es darum, bei den aktuellen Fan-Festen rund um die Konzerte von Robbie Williams oder Bruce Springsteen außen vor gelassen worden zu sein.
Im Anschluss erhielt er zum einen eine Reaktion von Oberbürgermeisterin Karin Welge, in der sie eingestanden hatte, dass „möglicherweise in der Kommunikation zwischen allen Akteuren nicht immer alles geglückt“ sei. Gleichzeitig verteidigte Welge aber auch die Pressemitteilung, etwa mit dem Hinweis, dass ein Großteil der Swift-Festivitäten „durch die Finanzierung seitens der Stadt erfolgte“. Zugleich versprach Welge im Bezug auf die vielen „Urheber, Ideengeber und Mitwirkenden“ hinter dem „unvergesslichen Sommer:“ „Sollten wir den Preis gewinnen, werden diese auch noch einmal angemessen gewürdigt.“
Und so ist es jetzt auch geschehen: So betonen Sandra Falkenauer und Markus Schwardtmann vom Stadtmarketing jetzt zum Gewinn des Awards: „‚Swiftkirchen‘ hat sich nicht nur wegen des Preises gelohnt. Unsere gemeinsamen Aktivitäten wie der ‚Gelsenkirchen Walk of Fame‘, das speziell für diesen Anlass gemalte 3-D-Bild neben dem Hans-Sachs-Haus, die geschmückten roten Selfie-Rahmen im Stadtgebiet und die vielen Fahnen und bunten Plakate haben die Stadt drei Tage lang verändert und für eine positive Grundstimmung gesorgt. Dieser Erfolg war nur durch die tolle Gemeinschaftsleistung möglich. Auch das Engagement der verschiedenen beauftragten Dienstleister und der Macher von Taylor Town, die Ideen von Handel und Gastronomie waren beeindruckend. Alle Mitwirkenden haben diese Auszeichnung verdient.“
Auch Karin Welge betonte: „Der Erfolg von ‚Swiftkirchen‘ zeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und auch einmal ungewohnte Pfade zu gehen.“
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