
Einigermaßen überraschend kam diese Nachricht mitten in den Sommerferien: Um die besonders zu diesem Schuljahr drängende Raumnot an der Albert-Schweitzer-Förderschule in Gelsenkirchen-Beckhausen zu lindern, hatten sich die Stadt, die Bezirksregierung Münster und die Schulleitung eine Art Übergangslösung einfallen lassen. Vorübergehend, voraussichtlich bis zu den Osterferien im kommenden Jahr, sind nun die Berufspraxis- und die Oberstufe der Förderschule in das bereits fertig gestellte und bislang noch ungenutzte Oberstufen-Gebäude der neuen Gesamtschule an der Europastraße gezogen. Im Ausschuss für Bildung lieferte Bildungsdezernentin Anne Heselhaus jetzt einen detaillierten Bericht dazu.
Der Grund für die Übergangslösung Europastraße: Eigentlich soll das Gebäude an der Horster Straße 221, in direkter Nähe zum Hauptstandort, für eine dauerhafte Entzerrung der Raumprobleme an der Albert-Schweitzer-Schule sorgen. Mittelfristig und dauerhaft werde das auch so kommen, so der Schulträger, allerdings: Das historische Gebäude der ehemaligen Rungenbergschule war nicht so schnell nutzbar wie erhofft.
Von Annika Matheis
Zuletzt war dort nämlich das „Fördersystem“ untergebracht – ein Angebot der Stadt aus dem Bereich der Jugendhilfe für Mädchen und Jungen ab dem achten Schulbesuchsjahr, die in einer Regelschule nicht mehr beschulbar wären. Bis vor kurzem waren nach Angaben von Dezernentin Anne Heselhaus noch fünf Schülerinnen und Schüler dort, die nun im „Förderkorb“, einem Angebot der Katholischen Jugendsozialarbeit Gelsenkirchen, untergebracht werden konnten.
Die neue Nutzung als Standort der Förderschule erfordert neue Genehmigungen, Gutachten und Umbauten. So musste etwa die Nutzungsgenehmigung geändert werden, „und auch die aktuelle Rechtslage zum Thema Brandschutz war zu berücksichtigen“, erläutert Anne Heselhaus. Dabei ging es unter anderem um einen zweiten Rettungsweg. Etwa Mitte Juli hätten alle an der Förderschul-Entscheidung Beteiligte dann festgestellt: In der Kürze der Zeit, also vor Schuljahresbeginn, war eine Herrichtung der Horster Straße 221 nicht zu realisieren.
Von Annika Matheis
Die Frage sei daraufhin gewesen: „Was können wir anbieten?“, berichtet Anne Heselhaus. Schnell kristallisierte sich die Europastraße als mögliche Alternative heraus – so kam es zu dieser Lösung, mit der sich laut Heselhaus alle Beteiligten gut hätten arrangieren können. „Wir wissen aber auch, dass wir den Kindern und Eltern unglaublich viel zumuten“, fügt die Dezernentin noch hinzu. Den gesamten Prozess nannte Anne Heselhaus einen „echten Kraftakt“, lobte gleichzeitig aber auch die tolle gemeinschaftliche Zusammenarbeit.
Rund um die Frage nach den Räumlichkeiten, gab es noch weitere Dinge zu klären: So mussten Toiletten umgebaut und neue sanitäre Anlagen installiert werden, um die individuellen Pflegebedarfe der Schüler zu decken. Auch seien mobile Sportgeräte angeschafft worden, die bei einem Umzug an die Horster Straße mitgenommen werden. Im Hintergrund werde mit „Hochdruck“ an einer Inbetriebnahme der Horster Straße gearbeitet.
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Durch die Alternative Europastraße konnte sich demnach auch die Raumsituation an der Albert-Schweitzer selbst entspannen. Genau 79 Schüler haben an der Europastraße nun vorübergehenden Schulort gefunden und somit Platz gemacht für die neu angemeldeten Kinder: Nach Angaben von Anne Heselhaus seien das 30 gewesen und noch einmal 30 zusätzliche Kinder, die von der Hansaschule gewechselt waren. Zwischenzeitlich war das Anmeldeverfahren, das bestätigt auch die Bezirksregierung auf Nachfrage, gestoppt worden. Sehr zum Leidwesen der Kinder und Eltern, die für eine gewisse Zeit in der Schwebe hingen, was eine Zusage auf Schulplatz an der Albert-Schweitzer-Förderschule betraf.
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