
Schon seit einem halben Jahr spukte dieser 13. Dezember im Kopf von Michael Seeger herum. Der Deutsche Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS) war in diesem Jahr mit Bedeutung aufgeladen. Für den scheidenden Trainer der SG Gelsenkirchen wie auch für einige andere Aktive war es der letzte große Wettkampf 2025 und auch für die Zukunft. Parallel ging es für die Gelsenkirchener Schwimmerinnen und Schwimmer auch darum, erneut den doppelten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga feiern zu können.
Seegers Gedankenkarussell war im Rückblick gar nicht nötig gewesen. „Besser hätte meine Laufbahn nicht enden können“, sagt er wenige Tage nach dem Wettkampf in Neuss. „Es war auch so etwas wie ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk.“ Seinen 66. Geburtstag in dieser Woche konnte er so ganz entspannt begehen: Die SG Gelsenkirchen hielt wieder im Doppelpack die Klasse.
Dass Seeger und die Aktiven trotzdem Nerven gelassen hatten, war aber kein Geheimnis. Gerade das Frauen-Team, das nach einigen Abgängen geschwächt in die DMS gegangen war, musste zittern. Eine ungeliebte Tradition setzte sich auch im dritten Jahr der Zweitklassigkeit fort: Der erste Start endete in einer Disqualifikation. Angelina Stock erwischte es. „Das ist ihr im Leben noch nie passiert“, sagt Seeger. Mit null Punkten wuchs nicht nur der Druck, sondern auch die Nervosität. „Aber sie haben sich zusammengerauft und sich vor allem als Team gut verkauft“, betont Seeger.
Das ist ihr im Leben noch nie passiert
Die nötigen Punkte kamen langsam zusammen – immer mit dem Blick in Richtung der 1. Bundesliga. Je nachdem wie viele NRW-Mannschaften dort abstiegen, hätte es auch für die SG noch einmal eng werden können. Bis zu vier Absteiger in der Zwölfer-Liga wären dann möglich gewesen. „Es war ein Hin und Her“, sagt Seeger. Wieder einmal sorgte Victoria Dolle für Beruhigung.
Bei ihrem letzten Start, den 100 Meter Freistil, musste sie eigentlich nur ins Ziel kommen. Das tat sie – und wie. Mit 690 Punkten auf Platz drei erreichte sie die beste Punktzahl eines SG-Aktiven an diesem Tag. „Da hat sie Nervenstärke und ihre Erfahrung bewiesen“, lobt Seeger. Aber auch die Jüngste, Tjorven Ida Abrahams mit ihren zwölf Jahren, schwamm eine mehr als solide DMS und trug zum abschließenden neunten Platz ihren Anteil bei.
Bei den Herren war die Sorge um den Klassenerhalt deutlich weniger ausgeprägt. Und die Schwimmer um Marius Schimnatkowski sorgten in der Folge auch dafür, dass sich gar nicht erst aufkeimen sollte. Gute Platzierungen zwischen Platz sechs und acht brachten die SG-Schwimmer frühzeitig auf Kurs Klassenerhalt. Am Ende erreichten sie den siebten Platz. Schimnatkowski selbst sammelte 3250 Punkte bei seinen fünf Starts. „Es sind alle von Bestzeit zu Bestzeit geschwommen“, sagt Seeger. „Das war der beste Wettkampf, den sie als Team in diesem Jahr abgeliefert haben. Das hat richtig Spaß gemacht. Das konnten sie nicht besser machen.“
Die SG-Schwimmerinnen und -Schwimmer schienen sich das Beste zum Schluss aufgehoben zu haben und haben damit nicht nur sich, sondern vor allem ihrem scheidenden Chef-Trainer zum Jahresende noch einmal genügend Grund zum Feiern geliefert.
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