
Die Wärmewende im nördlichen Ruhrgebiet gewinnt weiter an Tempo: In Gelsenkirchen hat der Fernwärmeanbieter Iqony einen neuen Fernwärmespeicher in Betrieb genommen, der industrielle Abwärme in großem Umfang für die Fernwärme nutzbar macht.
Im Mittelpunkt des Projekts „Green Heat“ steht die Auskopplung von industrieller Abwärme aus Raffinerieanlagen der Ruhr Oel GmbH im Gelsenkirchener Stadtteil Scholven. Künftig können auf diese Weise bis zu 50 Megawatt Wärmeleistung bereitgestellt werden.
58 Meter hoch, 28 Meter breit und ausgestattet mit einem Fassungsvermögen von 31 Millionen Litern Wasser: Das sind die Eckdaten des neuen Fernwärmespeichers von Iqony, der auf dem Gelände des Heizwerks an der Gewerkenstraße in Schalke hochgezogen wurde. Das Speichervolumen entspricht umgerechnet in etwa dem Inhalt von 155.000 Badewannen. Umgerechnet lassen sich damit rund 30.000 Haushalte im nördlichen Ruhrgebiet mit Fernwärme versorgen. Pro Jahr sollen bis zu 60.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Für die Abwärmeauskopplung errichtete Iqony innerhalb von drei Jahren Bauzeit insgesamt acht Wärmetauscher, eine Übergabestation sowie eine umfangreiche Infrastruktur aus Stahlbau und Rohrleitungen. Eine neue, knapp drei Kilometer lange, überwiegend unterirdisch verlaufende Rohrtrasse verbindet die Abwärmequellen mit einem neuen Pumpenhaus auf dem Gelände des Kraftwerks Scholven. Von dort wird die Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist.
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Seit wenigen Wochen läuft der 24-Stunden-Probebetrieb mit einer Leistung von 20 Megawatt stabil. Bis 2026 soll die Gesamtleistung schrittweise auf über 50 Megawatt erhöht werden. „Green Heat zeigt, wie konsequent wir Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbinden“, sagt Dr. Andreas Reichel, CEO und Arbeitsdirektor der Steag Iqony Group.
Steag Iqony zählt mit einer Netzlänge von 2.186 Kilometern und einer jährlichen Wärmeerzeugung von rund 4.500 Gigawattstunden zu den großen Fernwärmeanbietern Deutschlands.
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