Hohe Millionen-Beute bei Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen – WDR


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Aktuelle Stunde 30.12.2025 36:59 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2027 WDR Von Carmen Krafft-Dahlhoff
Stand: 30.12.2025, 21:33 Uhr
Nach dem Bank-Einbruch in Gelsenkirchen schätzt die Polizei den Schaden auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
Wie viel Bargeld, Gold und Wertgegenstände die Täter tatsächlich davongeschleppt haben, muss noch ermittelt werden. Denn die Banken wissen nicht, was in ihren Schließfächern gelagert wird. Die Betroffenen müssen deswegen kontaktiert werden.
Die Polizei legt bei der Berechnung der Schadenssumme deswegen aktuell die Versicherungssumme pro Fach zugrunde. Jedes der mehr als 3.000 Schließfächer ist nach Angaben der Sparkasse Gelsenkirchen mit 10.300 Euro versichert. „Offiziell sprechen wir deshalb von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag„, teilte ein Sprecher der Polizei dem WDR mit.
Die Polizei ermittelt wegen schweren bandenmäßigen Raubs und sagt, dass sich mittlerweile mehrere Zeugen gemeldet haben. Sie hätten in der Nacht zu Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus der Tiefgarage gesichtet. Ebenso einen schwarzen Audi RS6 mit Hannoveraner Kennzeichen, das als gestohlen gemeldet worden war. Im Auto hätten maskierte Täter gesessen, von denen einer die Schranke zur Ausfahrt betätigt habe, sagte die Polizei.
Die Einbrecher hatten sich über eine Tiefgarage Zugang zur Bank verschafft und mit einem Spezialbohrer ein riesiges Loch in die Stahlbetonwand zum Tresorraum gebohrt. „Den Bohrer kriegen sie nicht im Baumarkt“, sagte ein Sprecher der Polizei.
Loch in der Wand des Kellers einer Bankfiliale in Gelsenkirchen
Der Tresorraum ist durch Alarmanlagen gesichert. Kunden berichten, dass es auch eine Videoüberwachung in dem Raum gibt. Nach Bankangaben haben sie 95 Prozent der 3.250 Kunden-Schließfächer aufgebrochen.
Am Vormittag hatten sich schätzungsweise 200 betroffene Kunden vor der Filiale eingefunden. Sie fühlen sich allein gelassen. „Wir wollen rein, wir wollen rein!„, forderte lautstark ein Sprechchor. Die Lage drohte zu eskalieren.
Kunden protestieren vor Gelsenkirchener Sparkassenfiliale
Mehrere Menschen stürmten an Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma vorbei in den Vorraum der Sparkasse. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und sicherte den Eingang. Die Polizei machte mehrfach eine Durchsage: „Die Bank bleibt heute geschlossen, Informationen auf der Website der Sparkasse. Gehen Sie nach Hause.
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Tat hatten sich am Montag dutzende Kunden vor der Filiale in Buer eingefunden. Sie waren in Sorge, von dem Raub betroffen zu sein. Der Andrang wurde schließlich so groß, dass Polizisten anrückten und den Vorraum der Bank räumten. Es folgten Lautsprecherdurchsagen der Polizei, um die Situation zu beruhigen.
Für betroffene Kunden hat die Sparkasse mittlerweile eine Hotline geschaltet: 0209 / 161 1110. Zudem hat sie Informationen auf ihrer Homepage veröffentlicht:
Dort heißt es: „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Fach betroffen ist, ist sehr hoch. Sie müssen leider davon ausgehen, dass auch Ihr Fach aufgebrochen wurde.“ Die Betroffenen würden umgehend schriftlich informiert.
Werte über 10.300 Euro sind laut Sparkasse nur mit einem besonderen Versicherungsvertrag versichert. Die Bank sagt, dass sie nach einer schnellen Lösung mit dem Versicherungsträger Provinzial suche, wie Schäden ersetzt werden können und welche Nachweise erforderlich sind.
Passiert sein soll die Tat entweder an den Weihnachtsfeiertagen oder am vergangenen Wochenende. Warum dann schließlich Montagfrüh die Brandmeldeanlage Alarm auslöste, sei noch unklar, so die Polizei.
Wieviel bei dem Einbruch erbeutet wurde, ist unklar.
Die Polizei sucht weiter Zeugen, die in den vergangenen Tagen verdächtige Geräusche gehört oder sonstige Beobachtungen rund um den Tatort gemacht haben. Sie werden gebeten, sich unter den Rufnummern 0209/365 8112 oder 0209/365 8240 zu melden.
Hinweis: In einer vorherigen Version des Textes hatten wir geschrieben, dass die Polizei von einer Beute von 30 Millionen Euro ausgeht. Das ist allerdings die Versicherungssumme und nicht der wirkliche Schaden, den die Ermittler noch nicht beziffern können. Die Polizei spricht deshalb von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.
Erstsendung: WDR.de, Bankraub: Räuber bohren Loch in Gelsenkirchener Tresorraum, 29.12.2025, 10.15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 30.12.2025, 16.00 Uhr
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