Volksbank-Tunnelcoup: Gangster schlagen erneut zu? – BILD


Aufgebrochene Schließfächer in der Berliner Volksbank-Filiale
Matthias
Bieder
Berlin – Der spektakuläre Sparkassen-Einbruch von Gelsenkirchen erinnert stark an einen ähnlichen Tunnel-Coup in Berlin. Schauten sich die Gangster etwas von ihren Vorgängern ab?
Rückblick, 14. Januar 2013: Die Feuerwehr wird zu einem Alarm in einer Volksbank-Filiale in gutbürgerlichen Berliner Bezirk Steglitz gerufen. Vor Ort finden die Retter ein Chaos vor! Das Feuer war vorsätzlich gelegt worden, im Tresorraum der Bank. Die Schließfächer: geknackt und ausgeräumt! Die Gangster waren durch einen Tunnel von der benachbarten Tiefgarage aus in den gesicherten Raum gelangt. Nach jahrelanger Vorarbeit.
Auch in Gelsenkirchen bohrten die Gangster ein Loch in den Tresorraum
Denn später findet die Polizei heraus: Schon im Herbst 2011 hatte einer der Täter eines der Volksbank-Schließfächer angemietet. Er benutzte einen gefälschten niederländischen Pass und falsche Personalien. So bekam er Zugang, konnte sich in Ruhe umschauen. Parallel mieteten die Täter vier Parkplätze in der nahen Tiefgarage. Darin schotteten sie sich ab – und begannen mit den Buddelarbeiten: Die Bande bohrte ein Jahr lang den 45-Meter-Tunnel bis in den Tresorraum. Offenbar völlig unbemerkt. Schließlich knackten die Einbrecher 294 der insgesamt 1600 Schließfächer auf, entkamen mit einer Beute im Wert von 10 Millionen Euro.
Mit einem Diamantbohrer hatten die Panzerknacker von Berlin den Tunnel gebohrt

Mit Handschuhen am Parkscheinautomaten, mit Millionen auf der Flucht: Die Sparkassen-Ba…
Bank-Schließfächer sind oft unzureichend versichert, Kunden sollten selbst nachbessern.
Die Ermittler der Soko „Tunnel“ gingen über 800 Hinweisen nach, fanden heraus: Die etwa 30 Zentimeter starke Betonwand der Tiefgarage in Richtung Bank war mit einem „Bergbau-Diamantbohrer“ durchbrochen worden. Die Bande hatte mit dem Spezialwerkzeug vier kleeförmig angeordnete Löcher, etwa 40 Zentimeter groß, gegraben. Den Gang sicherten die Gangster mit Hunderten Holzbohlen und über 1000 Holzwinkeln aus gedämpfter Buche. „Die etwa 120 Tonnen Sand und Geröll müssen sie mit Autos und Kleintransportern abtransportiert haben“, sagte ein Ermittler damals zu BILD.
Ist dieser Mann einer der Berliner Tunnel-Gangster? Das Bild stammt aus der Überwachungskamera einer Berliner Volksbankfiliale
Die Täter von Gelsenkirchen während ihrer Flucht aus dem Parkhaus von Überwachungskameras gefilmt
Letzter Stand: die Täter stammten offenbar aus Polen. Am Tunnel hatte man Dosen einer polnischen Biermarke gefunden. Auch die Spur des Baumaterials, das beim Bau des Tunnels verwendet wurde, führt in diese Richtung. „Die Holzwinkel sind in verschiedenen, europäischen Ländern erhältlich, unter anderem in Finnland und Polen“, sagte eine Sprecherin zu BILD. Und: Man hatte ein polnisches Buch gefunden – mit dem (übersetzten) Titel „Gangster“.
Übrigens: Im Januar 2023 verjährte die Tat. Vielleicht nutzte die Bande die Zeit seitdem, um einen neuen Coup zu planen …
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
Produkttests
Angebote
Services

source

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*