
Düsseldorf · Der Defensive Back bringt viel College-Erfahrung mit und will mit seinem physischen Spiel glänzen. Als Ersatz für Omari Williams? Unklar – aber rein sportlich betrachtet muss das keineswegs der Fall sein.
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Cam’ron Kelly spielte am College für North Carolina.
Cam’ron Kelly hat während seiner Zeit am College in den USA mit einigen bekannten Namen zusammengespielt. Allen voran Quarterback Drake Maye, der kommende Woche mit den New England Patriots im Super Bowl steht. Aber auch Omarion Hampton, Erstrunden-Draftpick der Los Angeles Chargers. Dazu kommen Verbindungen nach Europa: Russell Tabor ist inzwischen Quarterback der Munich Ravens. Die beiden spielten vergangenes Jahr gegeneinander, als Kelly in Madrid aktiv war.
Nun ist der Safety für 2026 bei Rhein Fire unter Vertrag – und für die hiesigen Ligen könnte das ein Glücksgriff sein. Kelly war am College bei North Carolina nicht nur dabei, sondern 2021 und 2022 auch regelmäßig auf dem Feld. 2023 spielte er zudem noch für Louisville. Für die NFL reichte es dann zwar nicht, auf dem Radar der Teams war er aber immerhin, Interviews soll er Berichten zufolge auch gehabt haben.
Kelly passt mit seiner Länge und seinem aggressiven Spiel Richtung Ball ziemlich gut zu Fire und dem, was die Defense in den vergangenen Jahren von ihren Safeties verlangt hat. Er ist ein vielseitig einsetzbarer Defensive Back, der hart spielen will. Eines seiner Vorbilder ist Kam Chancellor, der 2014 mit den Seattle Seahawks den Super Bowl gewann: „Das Spiel wurde jetzt seit einiger Zeit nicht mehr mit dieser Physis gespielt.“ Chancellor ist etwas größer und schwerer, doch Kelly, der diesen Satz gegenüber der Website NFL Draft Diamonds sagte, geht körperlich in eine ähnliche Richtung.
Die Verkündung Kellys bei Rhein Fire hat so mancher vielleicht als weiteres Zeichen dafür genommen, dass Omari Williams nicht mehr zurückkehrt. Die zwei anderen dafür sind aber realistischer: Einmal wurde Williams‘ Nummer 2 an Wide Receiver Desean Scott vergeben. Zudem ist denkbar, dass ein Verbleib eines der Gesichter der Franchise seit 2022 schon längst verkündet worden wäre.
Kelly aber muss nichts damit zu tun haben, er würde sogar wunderbar mit Omari Williams harmonieren. Der 25-Jährige, der einen Bachelorabschluss in Psychologie vorzuweisen hat, ist nämlich eher ein Strong Safety oder Nickel, näher dran an der Line of Scrimmage und physischer gefordert. Williams war zuletzt eher der Free Safety, der sich frei oben drüber bewegt, die Tiefe absichert und auf die Bälle lauert.
Kelly sagte gegenüber Draft Diamonds auch, dass er eine 4-2-5-Defense, wie sie Fire zuletzt spielte, bevorzuge – wo eben der Safety auch mal in der Box steht, aber vor allem flexibel eingesetzt werden kann, je nach Spielsituation. Genau das hat er am College und zuletzt in Madrid auch so gemacht. Kelly und Williams, das könnte als Safety-Duo funktionieren, auch das AFLE-Regelwerk gibt es ja her.
Die Frage ist aber natürlich, ob Rhein Fires neuer Defensive Coordinator Ray Woodard vielleicht den zweiten US-Import gar nicht mehr auf Safety haben will – wie es bei Fire bisher aber immer der Fall war –, sondern auf einer anderen Position.
Es ist also offen, ob Omari Williams – der nach wie vor Flag Football in Düsseldorf coacht – weiter für Fire spielen wird. Die Ankunft Cam’ron Kellys muss mit dieser Frage aber nicht im Zusammenhang stehen.
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