
Nach dem Einbruch in Gelsenkirchen veröffentlicht die Polizei neue Fotos aus dem Tresorraum. Hunderte Beamte arbeiten fieberhaft an der Klärung des Falls.
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse im deutschen Gelsenkirchen hat die Polizei erstmals neue Fotos aus dem Tresorraum veröffentlicht. Unbekannte hatten um Weihnachten 2025 große Mengen an Bargeld, Schmuck und Gold aus etwa 3100 Schließfächern entwendet. Der Wert der Beute wird auf bis zu eine halbe Milliarde Euro geschätzt.
Die nun gezeigten Aufnahmen entstanden kurz nach der Entdeckung des offensichtlich minutiös geplanten Coups. Darauf zu sehen: chaotische Zustände im Tresorraum, Schubkästen und Schließfächer, die sich teilweise bis unter die Decke stapeln. Kaum vorstellbar, wie sich die Einbrecher in diesem Durcheinander überhaupt noch bewegen konnten.
Wie die Polizei Gelsenkirchen in einer Mitteilung schreibt, arbeiten inzwischen mehr als 200 Ermittlerinnen und Ermittler aus dem ganzen Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Sonderkommission «Bohrer» am einzigartigen Kriminalfall. Man gehe aktuell über 600 Hinweisen aus der Bevölkerung nach.
Durch ein Loch, das die Einbrecher mit einem Diamantbohrer bohrten, gelangten sie in die Sparkasse.
Ebenfalls müssen die vielen Einzelteile im beschriebenen Chaos den einzelnen Schließfächern zugeordnet werden. Dazu hat die Polizei in den vergangenen Wochen circa 1200 Geschädigte vernommen. Insgesamt haben 2700 Bankkunden ihre Ersparnisse verloren.
Für Aufsehen sorgen neben dem Ausmaß des Raubes auch das offenbar professionelle Vorgehen der Einbrecher. So zapften sie über einen mehr als 20 Meter langen Gartenschlauch Wasser aus der Damentoilette ab, um ihren Diamantbohrer zu kühlen, mit dem sie die Wand zur Bank durchdrangen. Laut Experten deutet dies auf ein Fachwissen hin. Als am frühen Morgen ein Feueralarm auslöste, war der Schlauch jedoch verschwunden. Ermittler vermuten, dass ein Komplize die Täter warnte.
Im Tresorraum hatten die Einbrecher zuvor Bewegungsmelder abgeklebt. Um Spuren zu verwischen, verteilten sie Säure und entleerten einen Feuerlöscher. Die Ermittlungen sind dadurch erschwert und müssen unter Schutzbedingungen erfolgen. Ebenfalls auffällig: Die Täter legten offenbar bewusst falsche Spuren. Im Tresorraum fanden sich zahlreiche Haare, möglicherweise aus einem Friseursalon, um Ermittler in die Irre zu führen.
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