Gelsenkirchen: Dieses Festival bietet Musik zum Lachen und zum Weinen – WAZ


Sie ist überbordend fröhlich oder herzzerreißend traurig, sie lädt ein zum Lachen und zum Weinen, zum Tanzen und zum Trauern. Die jiddische Klezmer-Musik verkörpert klangliche und emotionale Vielfalt. Und ist damit in Gelsenkirchen und dem Ruhrgebiet genau richtig, betonen die Veranstalter des internationalen und hochkarätig besetzten Festivals „Klezmerwelten“. Seit über zwei Jahrzehnten entführen die Festspiele in die faszinierende Welt der osteuropäischen, jüdischen Musiktradition. Ab 1. März ist es wieder soweit.
Bis zum 22. März laden sieben Veranstaltungen an unterschiedlichen Spielstätten zum Kennenlernen und Genießen des Klezmer-Klangs ein. Veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen unterstützen die Stadt und das Land NRW das Festival maßgeblich. „Dem Land ist es wichtig, das Programm breit zu streuen“, weiß der künstlerische Leiter Andreas Schmitges. Darum findet die erste Veranstaltung in der Alten Synage Essen statt, eine weitere im Jüdischen Museum Dorsten. Fünf Konzerte gehen hier in Gelsenkirchen über die Bühne.
Nach der Eröffnung mit dem Purim-Ball und der temperamentvollen Tanzmusik von Dobranotch am 1. März in Essen startet das Gelsenkirchener Programm am 5. März mit dem Trio Kapela Kotra aus Vilnius. Es musiziert ab 20 Uhr in der Neuen Synagoge an der Georgstraße 2 mit Klezmer und osteuropäischer Vokalmusik aus Belarus und der Ukraine. „Frisch, authentisch und mit großer Energie“, wie Schmitges verspricht. Karten: 15 Euro, ermäßigt zehn Euro.
Von Litauen geht es anschließend nach Lettland: Am 8. März gastiert um 18 Uhr die Black Rooster Kapelye mit jiddischen Klängen im Schloss Horst an der Turfstraße 21 (Karten: 18, ermäßigt 15 Euro). Ebenfalls im Horster Schloss gastiert die Istanbul Klezmer Kapelye. Am 19. März um 20 Uhr treffen hier orientalische Rhythmen auf groovende Klezmer-Melodien vom Bosporus. Die sechs Musiker aus der ganzen Welt schaffen einen eigenen modernen, frischen Sound (Karten: 18, ermäßigt 15 Euro).
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Das unbestrittene Highlight des Festivals findet am 14. März um 20 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche an der Bochumer Straße 115 in Ückendorf statt. Dann gastiert mit The Klezmatics aus New York die erfolgreichste Band der modernen jüdischen Musik zum nunmehr dritten Mal in Gelsenkirchen. Das Engagement: durchaus ein Coup. Die sechs ausgezeichneten Musikerinnen und Musiker verbinden in ihrem einzigartigen, ekstatischen Sound den Klezmer mit Jazz, Gospel, Punk, Latin, Klassik und Balkanmusik. Die Grammy-Gewinner feiern mit einer großen Tournee aktuell den 40. Geburtstag ihrer Erfolgsformation. Ein ausverkauftes Haus dürfte ihnen gewiss sein. Karten: 30, ermäßigt 25 Euro.
Den Festival-Abschluss bestreitet am 22. März um 18 Uhr in der Neuen Synagoge das Duo aus Lea Kalisch und Rabbi T aus der Schweiz und New York. Die Sängerin selbst bezeichnet sich als „Shtetl-Seele“ und „Jewish Glamour Queen“. Karten: 15, ermäßigt 10 Euro).
Igor Kuznecov, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, nennt bei der Programm-Vorstellung die Veranstaltungen als „den besten Weg zu einem verständnisvollen Miteinander“. Das Thema Sicherheit werde dabei durchaus groß geschrieben. Man befinde sich in ständigem Austausch mit der Polizei, hoffe aber, dass das irgendwann nicht mehr notwendig sei.
Auch Kulturdezernentin Anne Heselhaus betonte: „Wir schaffen mit dem Festival, das wir organisatorisch und finanziell unterstützen, viele Begegnungen. Es ist ein fester und wertvoller Bestandteil unseres Kulturlebens.“ Und ein gut besuchtes. Andreas Schmitges: „Unser Publikum kommt aus dem Rheinland, dem Münsterland, vor allem aber aus dem Ruhrgebiet.“
Wer dabei sein will: Karten für die Klezmerwelten gibt es bereits im Vorverkauf. Reservierung: 0209 988 22 82. Karten gibt es auch in der Touristinfo im Hans-Sachs-Haus oder im Consol-Theater. Alle Infos auch im Netz unter: www.klezmerwelten.de.
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