Sparkassen-Einbruch: Polizei Gelsenkirchen verkleinert ihren Ermittlungsstab – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Der Einbruch in die Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer beschäftigt die Polizei weiter. Doch die Ermittlungen gehen in eine neue Phase: Aus der bisherigen Sonderstruktur mit zeitweise rund 350 Kräften wird eine kleinere Ermittlungsgruppe. Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Bohrer“ wird in die Ermittlungskommission „Kernbohrer“ überführt. „Die neue Ermittlungskommission besteht aus knapp 100 Kräften“, sagte Polizeisprecher Thomas Nowaczyk im Gespräch mit dieser Redaktion.
Der Grund für die Umstrukturierung liegt nach Angaben der Polizei im Fortschritt der Ermittlungen. „Der Großteil der Spurensicherung und der Sicherung der Asservate ist abgeschlossen“, erklärte Nowaczyk.
Ein Schwerpunkt der Ermittlungen liegt weiterhin auf den Vernehmungen der Geschädigten. Nach Angaben der Polizei wurden bislang mehr als 2300 Schließfachinhaberinnen und -inhaber befragt. Demnach stehen noch rund 800 Befragungen aus.
Für diese Gespräche hatte die Polizei anfänglich zusätzliche Büroräume angemietet. Diese werden inzwischen nicht mehr benötigt. „Die noch ausstehenden Vernehmungen finden jetzt ausschließlich bei uns im Präsidium statt“, sagte Nowaczyk.
Auch bei den noch ausstehenden Vernehmungen hat sich das Vorgehen geändert. Während die Ermittler zunächst auf freiwillige Terminvereinbarungen gesetzt hatten, hat die Staatsanwaltschaft Essen inzwischen Vorladungen angeordnet. Das bedeutet: Betroffene müssen zu den angesetzten Terminen erscheinen. Wer einer solchen Vorladung nicht folgt, kann im Extremfall von der Polizei zur Vernehmung gebracht werden.
Viele Geschädigte hatten sich bereits früh über eine eingerichtete Hotline bei der Polizei gemeldet und Termine vereinbart, um Angaben zu den Inhalten ihrer Schließfächer zu machen, ein nicht unerheblicher Teil aber offenbar noch nicht.
Parallel dazu laufen weiterhin umfangreiche Ermittlungen. Die Polizei wertet derzeit rund 650 Hinweise aus der Bevölkerung aus. Ob sich darunter bereits eine konkrete Spur zu den Tätern ergeben hat, wollte die Polizei nicht mitteilen.
Auch zahlreiche Gegenstände aus den aufgebrochenen Schließfächern befinden sich weiterhin in polizeilicher Verwahrung. Über eine mögliche Herausgabe entscheidet die Staatsanwaltschaft Essen, sobald die Gegenstände nicht mehr als Beweismittel benötigt werden.
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Kriminaldirektor André Dobersch, Leiter der Direktion Kriminalität der Polizei Gelsenkirchen, betonte die Bedeutung der weiteren Ermittlungen: „Mir ist bewusst, welche Belastung der Sparkassen-Einbruch für die Betroffenen darstellt. Gerade deshalb setzen wir alles daran, die Tat umfassend aufzuklären und die Abläufe für die Geschädigten so transparent wie möglich zu gestalten.“
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