Jugendgewalt in Gelsenkirchen: Jetzt ziehen Ückendorfer Eltern vors Rathaus – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Es vergeht kaum eine Woche in Gelsenkirchen, in der nicht irgendwo in der Stadt minderjährige Täter auf andere Kinder und Jugendliche einschlagen, sie bedrohen oder ausrauben. Nicht von ungefähr ist das Thema Jugendkriminalität ein Schwerpunkt der Gelsenkirchener Polizeiarbeit.
Zuletzt versetzte eine Reihe von Angriffen an nur einem einzigen Tag viele Eltern in Ückendorf in Angst und Wut. „Wie sollen wir unseren Kindern erklären, dass unsere Straßenzüge nicht mehr sicher sind, sie Kurse zur Selbstverteidigung besuchen und lernen müssen, so laut wie möglich um Hilfe zu rufen, um auf sich aufmerksam zu machen? Wir sind besorgt, wütend und enttäuscht. Es macht sich Hilflosigkeit breit“, erklärten Betroffene gegenüber der WAZ.
Ihre Sorgen wollen die Eltern aus Ückendorf jetzt auch deutlich gegenüber der Lokalpolitik kundtun. Dafür rufen sie vor der nächsten Sitzung des Ordnungsausschusses, am 10. März, ab 15.30 Uhr, zu einer Demonstration vor dem Hans-Sachs-Haus auf.
„Wir fordern Schutz vor Gewalt. Wir wollen ohne Angst aufwachsen. Wir werden laut“. So heißt es in der Ankündigung für die Kundgebung. Und weiter: „Wir sind für ein friedliches Ückendorf. Wir wollen ein sicheres Miteinander“.
Zuletzt erklärte Polizeipräsident Tim Frommeyer mit Blick auf die Jugendkriminalität, dass die reine Anzahl der Fälle im Vergleich zu den vergangenen Jahren zwar nicht besonders auffällig sei, aber die Gewaltbereitschaft der jungen Täter zunehme. Nicht selten kommen Pfefferspray, Messer oder andere Gegenstände zum Einsatz, mit denen die Jugendlichen ihren Opfern drohen.
Deshalb macht der Polizeichef klar: „Natürlich müssen wir auch weiterhin den präventiven Ansatz, den Erziehungsgedanken hochhalten und jedem Jugendlichen, jedem jungen Erwachsenen die Chance geben, resozialisiert zu werden. Es gibt aber auch Täter, die brauchen einen deutlichen Schuss vor den Bug. Und da muss auch die Justiz die Veränderungen in der Gesellschaft berücksichtigen und hart durchgreifen“, erklärt der Polizeipräsident.
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