
Gelsenkirchen hat einen neuen Kulturmanager: Erst kürzlich hat sich Martin Pockrandt den Mitgliedern des Kulturausschusses persönlich präsentiert. Das nimmt die WAZ zum Anlass, um ihn nun auch der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Und eines steht fest: Der 44-Jährige geht diese Herausforderung mit viel Verve und neuen Ideen an.
Pockrandt stammt aus Schwerin, der Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Dort absolvierte er in jungen Jahren eine Ausbildung zum Friseur und arbeitete auch kurz in diesem Beruf, besuchte dann aber parallel dazu das Abendgymnasium, um das Abitur nachzuholen. Als er das in der Tasche hatte, begann er zu studieren – und schloss in den Fächern Ethnologie, Politikwissenschaften, internationale Beziehungen und Geschichtswissenschaften erfolgreich ab. „Danach habe ich beim Goethe-Institut angefangen“, erzählt Pockrandt. Die Aufgaben dort führten ihn nach Afrika. Genauer gesagt: nach Tansania, Burkina Faso, in den Senegal und zur Elfenbeinküste. Addiert acht Jahre war er dort unterwegs. „Die kulturelle Bildung war mein Schwerpunkt. Ich habe vor allem viel mit Jugendlichen zusammengearbeitet.“
Im Sommer 2025 bewarb er sich dann auf die Ausschreibung der Stadt Gelsenkirchen, die einen neuen Kulturmanager suchte. Im September erfolgte die Zusage. Und seit dem 1. Dezember ist Pockrandt nun offiziell in Amt und Würden. Und was sind seine zentralen Aufgaben? „Ich übernehme die programmatische Leitung für alle Kultur-Veranstaltungen in der Flora und im Schloss Horst“, nennt Pockrandt einen Schwerpunkt. Zudem sei er für die Stadt der Verantwortliche für die Festivalreihen „Klezmerwelten“, „Sommer-Sound“, die Figurentheaterwoche und das Erzählfestival.
Nach seinem primären Ziel gefragt, antwortet Pockrandt: „Wieder etwas mehr Leben in die Flora zu bringen!“ Und diesen Worten hat er bereits Taten folgen lassen. So ist dort kürzlich die neue Filmreihe „Queer Film Night“ gestartet, mit der „ein Zeichen für Vielfalt, Sichtbarkeit und kulturelle Teilhabe in Gelsenkirchen“ gesetzt werden soll. Und neu ist auch die Literatur-Reihe „Flora liest“. Diese erlebt am Mittwoch, 25. März, ihre Premiere. Zu Gast sind dann die jungen Autoren Jwanzeen Al-Sello und Helena Hornig. Sie werden ab 16 Uhr in den Räumlichkeiten an der Florstraße 26 in der Altstadt einige Auszüge aus ihren Texten vortragen. „Doch sie hoffen auch auf einen Austausch mit dem Publikum. Deshalb hoffen wir, dass alle Besucher aktiv mitmachen“, so Pockrandt.
Dieses Schaffen von Räumen und Möglichkeiten der Begegnung ist für Pockrandt elementar wichtig. Er will nicht nur dafür sorgen, dass sich die hiesige Kunstszene noch besser als bisher vernetzen und präsentieren kann, sondern sieht sich selbst „als Ermöglicher von Impulsen, die aus der gesamten Stadtgesellschaft kommen können“ – gerade auch aus der migrantischen Community.
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