Nach Schüssen auf Taxi in Düsseldorf: Mutmaßlicher Täter in Gelsenkirchen verhaftet – NRZ


Nachdem am 30. Dezember vergangenen Jahres ein Mann durch mehrere Schüsse auf ein Taxi in Düsseldorf schwer verletzt wurde, ist am Mittwochmittag (25. März) ein dringend tatverdächtiger Mann in Gelsenkirchen festgenommen worden. Das gaben die Polizei und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitagnachmittag (27. März) in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich demnach um einen 22-jährigen türkischen Staatsbürger.
Am Mittwoch wurde er laut Düsseldorfer Polizei und Staatsanwaltschaft durch Spezialkräfte in einer Wohnung in Gelsenkirchen festgenommen. In der Wohnung wurden zudem eine Schusswaffe sowie ein Sturmgewehr aufgefunden und sichergestellt, heißt es in der Mitteilung. Der 22-Jährige galt als dringend tatverdächtig und wurde per Haftbefehl mehrere Monate gesucht. Er soll einen Tag vor Silvester am Düsseldorfer Hofgarten die Schüsse auf das Taxi abgegeben haben. Der Festgenommene befindet sich bereits in U-Haft.
Bereits am 9. Januar wurde ein Tatverdächtiger verhaftet. Anschließend wurden neue Details zum festgenommenen 37-Jährigen bekannt. Demnach war der Mann laut eines Berichtes des Innenausschusses des Landtags der Halter sowie Fahrer des Fluchtfahrzeuges, in dem sich noch zwei Schützen befanden. Der Mann, der seit dem 9. Januar in Haft ist, trat in der Vergangenheit mehrfach „wegen Körperverletzungs-, Betäubungsmittel- und Bedrohungsdelikten sowie weiterer Vergehen“ strafrechtlich in Erscheinung, heißt es im Bericht.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen sowie zu den beiden Mittätern dauern weiterhin an. Diese hatten einen Tag vor Silvester am Nachmittag in der Düsseldorfer Innenstadt insgesamt zehnmal auf ein Taxi geschossen. Dabei wurde der Beifahrer des Mietwagens von sieben Kugeln getroffen und schwer verletzt. Das Opfer ist weiterhin in Behandlung, befindet sich inzwischen jedoch nicht mehr in Lebensgefahr, so die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage.
Der verletzte Mann, der auch als Influencer aktiv sein soll, befände sich unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in einer Düsseldorfer Klinik. Wie die Redaktion aus informierten Kreisen erfuhr, sei die betreffende Station durch die Behörden abgeriegelt worden.
Während die Suche nach den beiden Schützen zunächst andauerte, sind unterdessen weitere Informationen zu dem Mann, der auf dem Beifahrersitz des Taxis saß und von mehreren Schüssen getroffen wurde, bekannt geworden. Es handelt sich um den Neffen eines inhaftierten niederländisch-kurdischen Drogenhändlers, bestätigte die Staatsanwaltschaft ebenfalls auf Anfrage. Ob und wie der Neffe mit den illegalen Aktivitäten seines Onkels in Verbindung steht, sei aktuell Gegenstand der Ermittlungen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, betonte der zuständige Staatsanwalt Murat Ayilmaz.
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Er bestätigte auch, dass es vor der Tat eine kleine Kundgebung vor dem niederländischen Generalkonsulat in Düsseldorf gab. Hier wurde die Freilassung von Hüseyin B., dem inhaftierten Onkel des Geschädigten, gefordert. „Wir wissen, dass der Geschädigte an der Veranstaltung teilgenommen hat“, so Ayilmaz. „Ob er nur deswegen in Düsseldorf war, wissen wir aktuell nicht.“
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Von der Polizei bestätigt wurde, dass die Schüsse am 30. Dezember gegen 14.38 Uhr nahe dem Kö-Bogen-Tunnel im Bereich Kaiserstraße und Jägerhof fielen. Noch während des nach der Tat laufenden Großeinsatzes bestätigte ein Polizeisprecher eine schwer verletzte Person. Diese wurde vor Ort medizinisch versorgt und umgehend in ein Krankenhaus gebracht.
Wie der Polizeisprecher erklärte, waren mehrere Dutzend Polizeibeamte sowie ein Hubschrauber im Einsatz. Die Spurensicherung war ebenfalls am Tatort im Einsatz. Ein Redakteur vor Ort berichtete am späten Nachmittag des Tattages von einem Taxi, das von der Polizei untersucht wird. Hier seien mehrere Einschusslöcher auf der Beifahrerseite der Frontscheibe deutlich zu erkennen.
Ein Zeuge vor Ort sagte unserem Redakteur unterdessen, dass die Schüsse auf das Taxi wohl aus einem Uber-Fahrzeug abgegeben worden sein sollen. Dieses sei unmittelbar nach der Tat davongefahren. Ein weiterer Zeuge, der ebenfalls am Tatort war, berichtete, dass er hinter dem Uber-Fahrzeug hergefahren sei, kurz bevor sich die Tat ereignete. Laut dem Zeugen habe der Uber an einer Ampel gehalten, woraufhin Personen – bei der genauen Anzahl sei er sich nicht sicher – ausgestiegen seien, um auf das Taxi zu schießen. Auch er berichtet davon, dass der oder die Täter im Anschluss geflohen seien. Vonseiten der Staatsanwaltschaft wurde bestätigt, dass man nach einem Mietwagen oder Uber suche und von mindestens zwei Tatverdächtigen ausgehe.
Bis in den späten Abend des 30. Dezember mussten Verkehrsteilnehmende im Bereich des Tatorts mit erheblichen Behinderungen rechnen. So wurden auch noch mehrere Stunden, nachdem die Schüsse gefallen waren, mehrere Straßenbahnen durch den Einsatz an der Weiterfahrt gehindert. Betroffen waren die Linien 701, 705 und 706. Auch der Straßenverkehr wurde umgeleitet, wodurch es sich zeitweise staute.
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Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf sowie eine Mordkommission der Düsseldorfer Polizei haben die Ermittlungen direkt nach der Tat aufgenommen. Mit einem ersten Erfolg, wie sich am Donnerstag mit der Festnahme des 37-jährigen Tatverdächtigen nun zeigte.
Dieser Text wird bei neuen Informationen ständig aktualisiert.
Der in Düsseldorf verletzte Mann soll Neffe des Drogenhändlers Hüseyin B. sein, der in den Niederlanden lebenslang inhaftiert ist. B. soll in den 1990er-Jahren ein Vermögen mit dem Schmuggel und Handel von Heroin verdient haben. Er wurde deshalb in den Medien auch als „Pablo Escobar Europas“ bezeichnet. Wie unter anderem die Bild-Zeitung berichtet, wurde über Accounts in den sozialen Medien, die sich auf Hüseyin B. oder seinen Neffen berufen, Vergeltung für den Anschlag in Düsseldorf angekündigt.
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