
Es war eine Nachricht, die viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener schockiert hat: Der Musikpavillon im Stadtgarten ist durch einen Brand zerstört worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, hat aber noch keine Spur auf die Täter. Indes werden viele politische Stimmen laut, die den Wiederaufbau fordern. Sogar eine Spendenaktion wurde gestartet. Jetzt gibt es eine erste technische Einschätzung, die zeigt, dass eine Reparatur gar nicht möglich ist.
Ein Statiker hat den durch ein Feuer schwer beschädigten Musikpavillon im Gelsenkirchener Stadtgarten untersucht. Laut Stadt ist die Dachkonstruktion, soweit noch erhalten, in ihrer gesamten Konstruktion mit den dazugehörigen Stahlträgern so geschädigt, dass sie nicht erhalten werden kann. Daher soll der Rückbau kurzfristig veranlasst werden.
Die Wandscheiben des 1963 erbauten Pavillons scheinen nach erster Sicht weiterhin grundsätzlich als Tragstruktur für einen möglichen Neubau geeignet zu sein, heißt es weiter. Eine genauere Bewertung sei jedoch erst nach dem Abtragen des Daches möglich, da derzeit weiterhin Einsturzgefahr bestehe.
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Der Bereich ist entsprechend abgesperrt und durch einen Bauzaun gesichert. Der unter dem Pavillon befindliche Keller sowie die dortige Elektrik seien nach aktuellem Stand aber unversehrt und weiterhin funktionsfähig. Die Stadt habe den Schaden der Versicherung gemeldet und eine Anzeige bei der Polizei erstattet.
Unmittelbar nach dem Brand zeigten sich zahlreiche lokalpolitische Stimmen bestürzt. „Mit dem Brand des Musikpavillons ist ein zentraler Ort für das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Süden der Stadt zerstört worden“, erklärten die Grünen in einer Pressemitteilung. Die SPD spricht von einem Verlust eines Stücks Gelsenkirchener Stadtgeschichte. „Jetzt ist entscheidend, dass wir nicht lange diskutieren, sondern handeln“, heißt es weiter. Die Sozialdemokraten fordern aber auch eine konsequente Aufklärung der Brandursache sowie Maßnahmen, um solche Vorfälle künftig besser zu verhindern.
Auch die Gelsenkirchener CDU-Fraktion fordert ein zügiges Vorgehen im Umgang mit dem beschädigten Bauwerk, in enger Abstimmung mit Denkmalschutz und der Kulturszene. Dabei sollen Versicherungsleistungen, öffentliche Mittel und Spenden kombiniert werden. „Ziel ist es, den Pavillon als kulturellen Treffpunkt schnellstmöglich wiederherzustellen und zugleich moderne Sicherheits- und Pflegekonzepte zu berücksichtigen. Der Verlust trifft unsere Stadtgesellschaft – nun geht es um Lösungskraft und Verantwortung“, so Werner Wöll, Stadtverordneter und Vorsitzender der CDU-Feldmark.
Zudem hat die Fraktion einen Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Ausschusses für Bau und Liegenschaften am 9. April eingebracht. Darin wird ein umfassender Sachstandsbericht der Verwaltung zum weiteren Vorgehen gefordert. Dabei soll auch geklärt werden, wie mit geplanten Veranstaltungen wie dem Auftritt des Polizeichors oder dem „Sommersound“ umgegangen wird.
Politisch herrscht Einigkeit darüber, dass der Pavillon schnell wieder aufgebaut werden soll. Auch Oberbürgermeisterin Andrea Henze (SPD) zeigte sich am Freitagmittag, am Tag nach dem Brand, bestürzt über die Zerstörung. „Unser Fokus liegt nun darauf, schnell Lösungen für die geplanten Veranstaltungen zu finden“, teilte sie mit. Kulturdezernentin Anne Heselhaus betonte zudem, sie setze alles daran, „dass es auch in diesem Jahr einen Sommersound geben wird“.
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Das lokalpatriotische Gelsenkirchener Kollektiv „Gib Dir Gelsen“ hat außerdem eine Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe gestartet. Bis Mittwochnachmittag (1. April) kamen rund 3.300 Euro zusammen. Falls das Geld nicht direkt in den Wiederaufbau fließen kann, da die Stadt diesen selbst finanziert, gibt es bereits alternative Ideen – etwa eine Konzertreihe zur Wiedereröffnung oder die Unterstützung anderer Kultureinrichtungen in der Stadt.
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