
„Gelsenkirchen ist hierbei erneut ein Vorbild für andere Städte in NRW“, darin sind sich Oberbürgermeisterin Andrea Henze und Landesheimatministerin Ina Scharrenbach einig, wenn sie vom neuen „TEAM GE 2032“ sprechen. Und auch Vertreter aus Wirtschaft, Handel und Handwerk steigen in den Chor mit ein und sparen ebenso wenig wie der Vorstandsvorsitzende des FC Schalke 04, Matthias Tillmann, mit lobenden Worten und Zuversicht. Gemeinsam wolle man Gelsenkirchen voranbringen, entwickeln oder, wie es Ministerin Scharrenbach zum wiederholten Mal mit Blick auf den S04 sagt, zu einer „Aufsteigerstadt“ machen. Zweifelsohne ein ambitioniertes Vorhaben, auf dessen Weg nun der nächste „Meilenstein“ (Andrea Henze) gesetzt wurde.
Zum Hintergrund: Aufbauend auf der bisherigen „Zukunftspartnerschaft“, die der Stadt Gelsenkirchen ermöglicht, mit Fördermitteln Problemhäuser aufzukaufen und abzureißen, wird der Fokus künftig erweitert: „Neben der Stabilisierung des Wohnungsmarktes rücken wirtschaftliche Entwicklung, Klimaanpassung und innovative Nutzungskonzepte stärker in den Mittelpunkt“, so Henze. Ziel bleibt es, bis 2032 bis zu 3000 Wohneinheiten zurückzubauen und gleichzeitig neue Perspektiven für Wohnen, Arbeiten und Leben zu schaffen.
„Am 4. Dezember 2025 haben sich Land und Stadt aufgemacht, die bisherige ‚Zukunftspartnerschaft‘ zu einer ‚Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032‘ zu entwickeln. Jetzt wird die Zusammenarbeit deutlich verbreitert. Neben dem Land und der Stadt engagieren sich künftig auch zentrale Akteure wie der FC Schalke 04, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Handwerksorganisationen sowie die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe. Gemeinsam bilden wir das ‚TEAM GE 2032‘, eine starke Allianz aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft“, so Scharrenbach.
Im Kern bedeutet das vor allem, dass Unternehmen in Gelsenkirchen fortan eine Karte zur Verfügung gestellt wird, die zeigt, welche Problemimmobilien die Stadt bereits aufgekauft hat und welche Gebäude und Flächen künftig zur Verfügung stehen könnten. Die Unternehmen, die ihrerseits ein großes Interesse daran haben, dass ihren Auszubildenden und Mitarbeitern betriebsnah gute Wohnungen zur Verfügung stehen, können dann selbst aktiv werden und moderne, neue Wohnungen für ihre Belegschaft bauen.
Ein erstes Beispiel ist dabei bereits in fortgeschrittener Planung, wie Christian Scherpel, Geschäftsführer der Gelsenkirchener Bäckerei-Kette Malzers, berichtet. Sein Unternehmen werde in Schalke-Nord eine ehemalige Schrottimmobilie in ein modernes und attraktives Wohnhaus verwandeln. Denn ebenso wie in vielen anderen Betrieben in der Stadt, würden viele Mitarbeiter auch wegen fehlender guter Wohnungen nicht in Gelsenkirchen wohnen.
„Der erfolgreiche Kampf gegen Problemimmobilien muss seine Fortsetzung finden mit einer nachhaltigen Verwendung dieser Potenzialflächen. Um dem Rechnung zu tragen, bietet es sich förmlich an, in Kooperation mit den Unternehmen diese Flächen zu beplanen und einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Dies insbesondere auch für die Erstellung von Mitarbeiterwohnungen und Azubiwohnungen“, sagt Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe.
Unterm Strich eint alle Partner das Ziel, Gelsenkirchen attraktiver zu machen. Dazu will auch Schalke 04 seinen Teil beitragen – und das nicht nur sportlich, wenngleich Ministerin Scharrenbach ihre Aufstiegserwartung mit einem „ihr-schafft-das-schon-Klaps“ auf die Schulter des S04-Vorstands Matthias Tillmann erneut deutlich gemacht hat.
„Wir sind davon überzeugt, dass die Stadtperspektive 2032 ein wichtiger Bestandteil ist, um Gelsenkirchen wieder stark zu machen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen spüren: Hier tut sich etwas, wir kommen ins Machen! Gemeinsam für Gelsenkirchen – das ist auch unser Leitmotiv für die Entwicklung des Berger Feldes, die wir in den kommenden Jahren weiter vorantreiben werden. Als Verein werden wir unseren Teil dazu beitragen, eine neue, mutmachende und bessere Story über Gelsenkirchen zu erzählen“, erklärt Tillmann.
Bekanntermaßen hatte der Verein schon vor einigen Jahren Pläne vorgestellt, wie das Clubgelände umgebaut und modernisiert werden sollte. Doch dann kam zunächst die Pandemie, es folgte der sportliche Absturz und damit einhergehend finanzielle Sorgen auf Schalke, die zunächst die Konsolidierung in den Fokus und Investitionen in den Hintergrund rückten. Schalke 04 verstehe sich in dem neuen Bündnis nun vor allem als Plattform, um Unternehmen, Stadt, Politik und Menschen zusammenzubringen.
Zentrales Element der „Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032“ bleibt gleichwohl die Bereinigung des Wohnungsmarktes. Rund 9000 überschüssige Wohneinheiten und etwa 500 Problemimmobilien stellen weiterhin eine große Herausforderung für Gelsenkirchen dar.
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Seit 2022 wurden mit Unterstützung des Landes rund 30 Millionen Euro eingesetzt. Insgesamt konnten 73 Gebäude mit 380 Wohneinheiten angekauft und 14 Gebäude zurückgebaut werden. Mit der „Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032“ werde dieser Prozess nun weitergedacht. Erstmals rückt die wirtschaftliche Entwicklung stärker in den Fokus: Freiwerdende Flächen sollen gezielt für Unternehmen, Handwerk und Industrie entwickelt werden. Ziel ist es, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Wertschöpfung zu erhöhen und Gelsenkirchen als Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.
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