
Gelsenkirchen. Im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk, einem Zusammenschluss mehrerer Kommunen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft, startet das Förderprojekt „KRiS – Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes NRW in ausgewählten Bereichen der Gelsenkirchener Stadtteile Horst, Schalke-Nord und Hassel.
Die Stadt Gelsenkirchen ist Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk und engagiert sich aktiv bei der Umsetzung vor Ort. Unter dem Dach des Klima.Werks wird das KRiS-Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr umgesetzt. Die Stadt Gelsenkirchen hat Gestaltungsräume festgelegt, in denen Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt werden sollen. Im Rahmen des Projekts können Eigentümerinnen und Eigentümer von Privat- und Gewerbeimmobilien, die in einem der Gestaltungsräume liegen, eine Förderung von bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten erhalten.
Typische Maßnahmen sind unter anderem:
• Flächenentsiegelung
• Dachbegrünungen
• Fassadenbegrünungen
• Muldenversickerung
Unterstützung aus dem KRiS-Programm gibt es, wenn der Aufwand für das Gesamtprojekt 3.333 Euro übersteigt. Auf einem Grundstück können dabei mehrere Wasserschutzmaßnahmen kombiniert werden, zum Beispiel Muldenversickerung und Dachbegrünung. Die Beantragung kann bis zum Jahr 2030 erfolgen. Gefördert werden Maßnahmen, durch die Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation eingeleitet wird, sondern stattdessen auf dem eigenen Grundstück versickert oder verdunstet.
Ziel des Projekts ist es, Immobilien klimaresilient umzubauen, Regenwasser von der Kanalisation abzukoppeln und so einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu leisten. Durch die Maßnahmen kann das Kanalnetz entlastet, das Risiko von Überflutungen bei Starkregen reduziert und gleichzeitig das Mikroklima in den Quartieren verbessert werden.
Förderfähigkeit einfach online prüfen
Für Horst, Schalke-Nord und Hassel wurden konkrete Förderkulissen definiert. Ob eine Immobilie innerhalb des Fördergebiets bzw. des Gestaltungsraums liegt und somit von der Förderung profitieren kann, lässt sich mit Angabe der eigenen Adresse schnell und übersichtlich über den städtischen Förderkompass prüfen: www.klimagenial.de/foerderkompass
Aktives Engagement der Stadt Gelsenkirchen
Die Stadt Gelsenkirchen unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer dabei, geeignete Maßnahmen zu identifizieren und Förderanträge auf den Weg zu bringen. In allen drei Stadtteilen ste-hen kompetente Ansprechpersonen kostenfrei für alle Fragen von Privathaushalten und Unternehmen zur Verfügung:
Quartiersarchitektin in Schalke-Nord
Andrea Moises
Mobil: +49151 64532688
kris@gelsenkirchen.de
Quartiersarchitekt in Hassel und Horst
Jörg Hollweg
Mobil +49157 300 33 965
kris@gelsenkirchen.de
Hitzeperioden und Starkregenereignisse nehmen zu
Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und längerer Hitzeperioden setzt die Stadt Gelsenkirchen mit dem Projekt KRiS einen wichtigen Baustein ihrer Klimaanpassungsstrategie um.
„Klimaanpassung beginnt vor der eigenen Haustür. Die KRiS-Förderung unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer mit starken Fördersätzen dabei, ihre Immobilien zukunftsfest zu machen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für das gesamte Quartier zu leisten“, so Christoph Heidenreich, Stadtbaurat der Stadt Gelsenkirchen. „Als angenehmer Nebeneffekt wird das eigene Viertel durch die Maßnahmen auch noch schöner.“
Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de
Antworten