Knappschaft Kliniken in Buer setzen auf neues Verfahren: „Gezielter behandeln“ – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


In den Knappschaft-Kliniken in Gelsenkirchen-Buer setzen Herzspezialisten auf ein neues Verfahren gegen Vorhofflimmern. Die Behandlung soll Eingriffe deutlich verkürzen und für Patientinnen und Patienten schonender machen.
Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben nach Angaben der Deutsche Herzstiftung e.V. mit Vorhofflimmern – damit gilt die Erkrankung als die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Das Herz schlägt dabei unregelmäßig und oft zu schnell. Für Betroffene kann sich das durch Herzrasen, Schwindel, Druck auf der Brust oder plötzliche Schwäche bemerkbar machen. Unbehandelt steigt zudem das Risiko für einen Schlaganfall deutlich an.
Die Knappschaft Kliniken in Buer sind nun nach eigenen Angaben als erstes überregionales elektrophysiologisches Zentrum für den Einsatz einer neuen Technologie ausgewählt.
Zum Einsatz kommt die neue „Varipulse Pro Technologie“ (von Johnson & Johnson) bei der sogenannten Ablation – einem Eingriff, bei dem kleine Bereiche im Herzen gezielt verödet werden, die fehlerhafte elektrische Signale auslösen. Die neue Technik basiert auf der sogenannten Pulsed-Field-Ablation (PFA). Dabei werden kurze elektrische Impulse eingesetzt, um krankhaftes Gewebe zu behandeln, ohne umliegende Strukturen stärker zu schädigen. Ein chirurgischer Eingriff am Brustkorb ist dafür nicht notwendig.
Neu an dem Verfahren ist laut Klinik vor allem die Kombination aus einem speziellen Katheter mit integrierter 3D-Darstellung und einer neuartigen Impulsform. Dadurch kann das Herz in Echtzeit genauer dargestellt werden und die Behandlung gezielter durchgeführt werden. Einzelne Behandlungsschritte sind dabei in vier Sekunden abgeschlossen, heißt es.
Mit dem neuen Verfahren können wir Vorhofflimmern noch gezielter und schonender behandeln als je zuvor – das ist ein bedeutender Schritt für unsere Patientenversorgung in der Region“, sagt Dr. Patrick Müller, Direktor für Elektrophysiologie der Knappschaft Kliniken in Recklinghausen und Gelsenkirchen-Buer. Auch Oberarzt Dr. Igor Janda aus der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie sieht darin Vorteile: „Die spürbar kürzere Eingriffszeit und die bessere Verträglichkeit machen einen echten Unterschied.“
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Dass die neue Technologie ausgerechnet an den Knappschaft-Kliniken Gelsenkirchen-Buer eingeführt wurde, hänge auch mit der Zusammenarbeit des Standortes in Recklinghausen zusammen. Beide Kliniken arbeiten im Bereich Elektrophysiologie eng zusammen und schaffen damit „ein spezialisiertes Kompetenzzentrum“ im Ruhrgebiet.
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