Sparkassen-Coup: Erste Kunden bekommen Wertsachen zurück – Nord24


Nach dem Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen werden zurückgelassene Wertsachen nun an Kunden zurückgegeben.
Foto: Polizei Gelsenkirchen
Nach dem Millionen-Einbruch in eine Sparkasse bekommen erste Kunden Schmuck, Edelmetalle und Bargeld zurück. Viele Werte bleiben aber verschwunden.
Fünf Monate nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen bekommen erste Schließfachkunden ihre Wertsachen zurück. Nach Angaben der Sparkasse handelt es sich um Schmuck, Edelmetalle und in einigen Fällen auch Bargeld.
Die Gegenstände gehören zu rund 50.000 Werten, die die Einbrecher im verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten. Viele Kunden müssen aber weiter bangen: Hohe Millionenwerte bleiben verschwunden.

Security-Mitarbeiter stehen vor der Sparkasse Gelsenkirchen, die auf dem Archivbild noch geschlossen ist. - Foto: Christoph Reichwein

Foto: Christoph Reichwein

Foto: Christoph Reichwein
Die Staatsanwaltschaft hatte die zunächst beschlagnahmten Gegenstände Anfang Mai zur Rückgabe freigegeben. Zunächst wurden Dokumente zurückgegeben, die namentlich zugeordnet werden konnten.
Bei Wertsachen ist die Hürde höher: Kunden müssen ihre Gegenstände möglichst genau beschreiben können. Entscheidend sind laut Sparkasse Inventarlisten, damit Schmuck, Edelmetalle oder Bargeld dem richtigen Eigentümer zugeordnet werden können.
Die unbekannten Täter hatten sich nach Weihnachten 2025 mit einem Kernbohrer Zugang zum Tresorraum verschafft. Fast alle der rund 3.100 Schließfächer wurden aufgebrochen.
Die Polizei hatte den Schaden kurz nach dem Einbruch auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Möglich ist aber auch, dass der tatsächliche Schaden deutlich höher liegt.

Geöffnete Schließfächer, leere Boxen und Unterlagen liegen im Tresorraum der Sparkasse. - Foto: Polizei Gelsenkirchen

Foto: Polizei Gelsenkirchen

Foto: Polizei Gelsenkirchen
Die Polizei verfolgt nach eigenen Angaben rund 650 Spuren. Einen Durchbruch gibt es bislang aber nicht.
Für Schließfachkunden wird nun auch der juristische Streit wichtig: Am 11. Juni beginnen vor dem Landgericht Essen zwei erste Zivilprozesse gegen die Sparkasse. Kunden werfen der Bank mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor und verlangen Schadenersatz. Die Sparkasse weist die Kritik zurück.
Der Fall zeigt, wie wichtig eine eigene Dokumentation ist. Wer Wertsachen in einem Bankschließfach lagert, sollte Fotos, Kaufbelege, Zertifikate und Inventarlisten getrennt aufbewahren. Im Streitfall kann das entscheidend sein.

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