
DerWesten.de
Aktuelle Nachrichten aus dem Ruhrgebiet, NRW, Deutschland und der Welt! Außerdem alle News über Promis, TV-Shows, Politik und Wirtschaft.
Eine Sparkassen-Kundin bekommt nach dem Raub in Gelsenkirchen 98.000 Euro zurück. Nach der Übergabe gibt es Kritik – und Sicherheitsbedenken.
DER WESTEN als bevorzugte News-Quelle bei Google festlegen ↗
Das Drama um den Einbruch in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale Gelsenkirchen-Buer wird die Region wohl noch lange begleiten. Am Donnerstag (11. Juni) starteten vor dem Landgericht Essen die ersten Zivilprozesse. Etliche Kunden fordern Schadenersatz, sitzen zum Teil auf Schäden im fünf- und sechsstelligen Bereich.
Eine unter ihnen hatte noch einmal Glück im Unglück. Zumindest ein wenig. Die 75-Jährige ist nach Angaben ihres Anwalts, Burkhard Benecken, Opfer des Sparkassen-Raubs geworden. In ihrem Schließfach befanden sich 140.000 Euro Bargeld, von denen im Nachhinein 98.000 Euro wiedergefunden werden konnten. Der Anwalt wirft dem Geldinstitut in der Abwicklung jetzt grobe Sicherheitsversäumnisse vor. Auf Anfrage von DER WESTEN wehrt sich die Sparkasse dagegen.
Folge DER WESTEN auf Social Media:
Noch mehr bewegende News aus NRW und deiner Stadt in unserem NRW-Live Newsletter. Melde dich jetzt kostenlos an und verpasse nichts mehr!
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu. Eine Abmeldung ist jederzeit über einen Link im Newsletter möglich.
„Ich habe eine 75-jährige Mandantin, die Opfer des Sparkassen-Einbruchs geworden ist“, erklärt Benecken gegenüber DER WESTEN. „Der Schaden liegt bei ihr bei 140.000 Euro. Sie bekam dann von der Sparkasse erfreulicherweise den Anruf, dass 98.000 Euro in Umschlägen, wo ihr Name draufgeschrieben war, gefunden worden seien.“
Klar, ist das aus Sicht der Kundin eine gewisse Erleichterung. Erst recht, wenn ganz andere Szenarien im Raum standen. In der Abwicklung der Übergabe gehen die Darstellungen aber etwas auseinander. Sicher ist: Die Kundin musste zur eingerichteten Servicestelle am Gelsenkirchener Bahnhofsvorplatz.
„Im dunkelsten Teil Gelsenkirchens, direkt hinter dem Bahnhofsmilieu“, kritisiert Benecken. Die Kundin soll sich dann dorthin begeben haben und sehr erstaunt gewesen sein, dass sie die Geldbeträge tatsächlich in bar abholen sollte.
„Sie sagte: ‚Mit zitternden Händen bin ich da mit den 98.000 Euro in bar zum Auto‘“, zitiert sie Benecken. Seiner Auffassung nach sei der Service des Kreditinstituts in dieser Sache „sehr bedenklich“ gewesen.
Aus Sicht der Sparkasse stellte sich der Sachverhalt aber anders dar. Auf Anfrage von DER WESTEN erklärt ein Sprecher: „Die Kundin war nicht allein, sondern in Begleitung bei uns. Das Auto wurde in der Nähe der Servicestelle geparkt.“ Im Rahmen eines Gespräches sei angeboten worden, das Auto in die nicht öffentlich zugängliche Tiefgarage unter der Servicestelle zu fahren.
„Damit wäre es möglich gewesen, mit den übergebenen Werten in das Auto einzusteigen, ohne das Gebäude überhaupt verlassen zu müssen“, so die Sparkassen-Sprecherin weiter. Aus Kundenseite sei das aber nicht gewünscht worden. „Man wollte lieber zu Fuß zum Auto gehen.“
Mehr News:
Die Bank zeigte sich offen, für die Übergaben jeweils individuelle Lösungen für die persönliche Übergabe zu besprechen. Grundsätzlich würden aber alle Angelegenheiten rund um das Thema Einbruch an der Servicestelle am Bahnhofsvorplatz abgewickelt.
Nach dem Einbruch in Gelsenkirchen ziehen jetzt die ersten Kunden vor Gericht. Es geht um gigantische Summen.
Eine Seite der FUNKE Mediengruppe – powered by FUNKE Digital
Antworten