Demo-Teilnehmer in Gelsenkirchen fordern: „Soziale Sicherheit statt Profit!“ – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Die Botschaft ist unmissverständlich. „Wir zahlen nicht für eure Krise! Wir zahlen nicht für eure Kriege!“, ruft Nils Böhlke im Brustton der Überzeugung ins Mikrofon. Der Gewerkschafter war in seiner Funktion als stellvertretender Sprecher der NRW-Linken am Montagabend in Gelsenkirchen zu Gast, zählte er doch zu jener Redner-Riege, die bei einer Demo auf dem Heinrich-König-Platz ihre Kritik in Richtung Bundesregierung und Großkapital erneuerten.
Gut 150 Menschen waren dem Ruf der Linken gefolgt, die zur Teilnahme an diesem Sozialprotest aufgerufen hatten. Dieser ist Teil einer bundesweiten Protestbewegung und richtet sich gegen Sozialabbau, steigende Lebenshaltungskosten und Kürzungen bei sozialer Sicherheit, Gesundheit und Pflege. Linken-Kreissprecherin Lea Meininghaus setzte um kurz nach 18 Uhr gleich die erste Duftmarke. Man wolle mit Demos wie diesen „für ein gutes Leben für die Menschen kämpfen“, betonte sie. Und die Zeichen dafür sollen eben nicht nur in den Parlamenten gesetzt werden. „Sondern auch hier auf der Straße“, so Meininghaus.
Lisa Schumacher als Mitglied der Linken im hiesigen Stadtrat sprach vielen Anwesenden aus dem Herzen, als sie nicht nur lautstark den Erhalt des Acht-Stunden-Arbeitstages einforderte, sondern hinterherschob: „Und besteuert endlich die Superreichen!“ Gleich mehrere Vertreter der jüngeren Generation schilderten im Anschluss ihr Unverständnis für das Vorhaben der schwarz-roten Bundesregierung, die Wehrpflicht wieder einzuführen und gleichzeitig die Ausgaben für das Militär und diverse Rüstungsprojekte massiv zu erhöhen. Donnernder Applaus der Zuhörerschaft war ihnen gewiss.
Nachdem Landespolitiker Nils Böhlke noch einmal die Wichtigkeit betont hatte, „die fortwährenden Angriffe auf unser Sozialsystem abzuwehren“, meldete sich dann auch noch Petra Müller öffentlich zu Wort. Die Gewerkschafterin und Leiterin einer Kita in Rotthausen warnte, dass die Kinderarmut in dieser eh schon stark betroffenen Stadt noch weiter wachsen würde, sollten die Sparbeschlüsse der Bundesregierung am Sozialsystem wie angekündigt durchgezogen werden. Zudem kritisierte sie, dass bei der geplanten Gesundheitsreform die geplagten Beitragszahler viel zu schlecht und die Milliarden verdienenden Pharma-Unternehmen viel zu gut wegkommen würden.
Nach der Kundgebung begaben sich die Teilnehmenden noch auf einen rund drei Kilometer langen Demonstrationszug durch die Altstadt. Laut WAZ-Informationen kam es unterwegs zu keinerlei Zwischenfällen. Eine weitere Sozialdemo soll am 3. Juli in Gelsenkirchen steigen, zu der die IG Metall als Teil des Aktionsbündnisses „Es reicht“ aufgerufen hat.
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