„Tag der Architektur“: Dieser Neubau aus Gelsenkirchen ist mit dabei – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Mit Blick auf das bevorstehende Wochenende und den drohenden Tropen-Temperaturen verkündet Mark Altgassen gleich die wichtigste Nachricht: „Die Klimaanlage ist eingeschaltet. Die Kühlung funktioniert also“, sagt der 63-jährige Architekt. Gemeinsam mit seinem Team war er für die Planung jenes Bürogebäudes verantwortlich, das zu Beginn des Jahres fertiggestellt wurde und das an diesem Samstag, 27. Juni, als einziger Gelsenkirchener Beitrag beim „Tag der Architektur“ vertreten sein wird.
Bei besagtem Neubau handelt es sich um die Erweiterung des Firmensitzes von Elektro Gerhardt. Der Familienbetrieb hat seinen Sitz an der Achternbergstraße 10 in Rotthausen. Irgendwann reichten aber die Platzkapazitäten auf dem Firmengelände nicht mehr aus. Man sah sich im Umfeld nach passenden Arealen um. Zunächst vergeblich. Dann fand aber der auf dem direkten Nachbargrundstück beheimatete Kartoffelhändler keinen Nachfolger. Also entschied er sich zum Verkauf seines Geländes an Gerhardt. „So konnten wir dann im Jahr 2022 die Planung aufnehmen“, blickt Architekt Altgassen zurück.
Dabei heraus kam ein Masterplan für das nun deutlich größere Firmengelände. Dieser beinhaltet drei Bauabschnitte. Der Bau des ersten sei im Mai 2024 mit dem Abriss der alten Gebäude des Kartoffelhändlers gestartet, so Altgassen. Im August 2024 war dann Baubeginn. Und im Dezember 2025 konnte Elektro Gerhardt dann mit Teilen der Belegschaft in den ersten Teil des Erweiterungsbaus umziehen.
Entstanden sind in dem rund 24 Meter langen, elf Meter breiten und zehn Meter hohen Gebäude nicht nur 480 Quadratmeter Bürofläche im Erdgeschoss und in der ersten Etage, sondern dazu auch noch ein vielseitig nutzbarer, repräsentativer Schulungsraum in der zweiten. Auch die ökologische Komponente spielte eine wichtige Rolle: So wurden Flächen um den Bürobau entsiegelt und begrünt. Hinzu kam eine Dachbegrünung und eine Photovoltaik-Anlage, die Teile der Stromversorgung stemmt.
Zu den äußeren Auffälligkeiten gehört ganz sicher das Treppenhaus, das ähnlich wie ein Erker ein Stück weit aus dem Gebäude herausragt und zudem großflächig verglast ist. Und was will Altgassen den Besuchern des „Tages der Architektur“ noch zeigen? „Die Haustechnik wie Licht oder die Klimaanlage ist hier bewusst sichtbar installiert worden. In Kontrast dazu stehen die warmen Holzeinbauten und Holzmöbel“, erklärt Altgassen, der das Planungsprojekt gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Jannis Budzinski und Sefa Yazar gestemmt hat.
Für das an der Leithestraße in Ückendorf beheimatete Architekturbüro Altgassen ist dies bereits die sechste Teilnahme an einem „Tag der Architektur“. Altgassen hofft am Samstag trotz der Hitze auf ein reges Besucherinteresse, wenn er die Gäste zwischen 11 und 17 Uhr durch das Gebäude an der Achternbergstraße 10 in Rotthausen führen wird. Die Teilnahme ist kostenlos. Und dank besagter Klimaanlage im Haus ist sogar eine Abkühlung gratis. Nicht die schlechteste Alternative an einem der heißesten Tage des Jahres.

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