
Müll, bauliche Mängel, schulschwänzende Kinder und zwei unterversorgte Vögel: Das alles stand in der Bilanz nach einer Kontrollaktion des Interventionsteams Problemimmobilien der Stadt Gelsenkirchen. Sechs Häuser hatte das Team am Donnerstag, 25. Juni, im Stadtgebiet kontrolliert.
Gemeinsam mit Ordnungsdienst, Verkehrsüberwachung, Wohnungsaufsicht, Bauordnung, Jobcenter und dem Energieversorger ELE nahmen die Mitarbeiter 31 Wohnungen ins Visier. Das teilt die Stadt mit. 18 davon konnten die Kontrolleure betreten, 34 Personen meldeten sie von Amts wegen ab.
Drei der kontrollierten Häuser stehen in der Devensstraße in Horst. In einem Gebäude entdeckte die Bauordnung umgebaute Räume und fehlende Absturzsicherungen an Fenstern. Der Eigentümer muss das Fensterglas umgehend instand setzen. Die ELE sperrte drei Stromzähler wegen Zahlungsrückständen. Wegen Müll vor dem Haus und auf dem Parkdeck leitet Gelsendienste ein Verfahren ein.
Besonders pikant: In einer kleinen Einzäunung auf dem Parkdeck fanden die Beamten zwei vernachlässigte Wasservögel – ohne Futter, ohne frisches Wasser, bei sommerlichen Temperaturen. Das hinzugezogene Veterinäramt brachte die Tiere ins Tierheim. Gegen den Halter läuft nun ein Bußgeldverfahren. Der Eigentümer muss zudem gegen Schadnager vorgehen.
Auch im Nachbarhaus stieß die Bauordnung auf Mängel: ein massiver Holzeinbauschrank und offenliegende Heizungsrohre im Treppenhaus sowie eine fehlende Absturzsicherung am Flurfenster. Hinweise aus dem Präventionsrat Horst, im Keller werde der Prostitution nachgegangen, bestätigten sich vor Ort nicht.
Im dritten Haus untersagte die Stadt die Nutzung von vier Wohnungen wegen Brandlasten, mangelhafter Kabelführungen und fehlender Fenstersicherungen. Auch hier sperrte die ELE zwei Stromzähler.
An der Horster Straße stellten die Kontrolleure in allen Wohnungen veränderte Raumaufteilungen fest. Der Eigentümer muss schließunfähige Flurfenster reparieren, die ELE sperrte einen Stromzähler.
In einem Haus an der Engernstraße trafen die Mitarbeiter bei drei Familien mehrere schulpflichtige Kinder zu Hause an. Die Eltern begründeten das Fehlen mit Bauchschmerzen, Läusebefall und einem Kindergeburtstag. Nach Rücksprache mit dem jeweiligen Sekretariat schickten die Erziehungsberechtigten die Kinder zur Schule.
Rund um die kontrollierten Häuser verteilte die Verkehrsüberwachung 18 Verwarnungen, fünf Fahrzeuge ließ sie abschleppen. Hinzu kommt ein Bußgeldverfahren wegen einer fehlerhaften Feinstaubplakette.
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