Echte Perspektiven, bundesweit einmalig: So gut läuft diese Idee in Gelsenkirchen – WAZ


Wenn es um die eigene Zukunft geht, wissen viele Jugendliche oft erst spät, welche beruflichen Wege überhaupt zu ihnen passen. Genau hier setzt das Projekt „Junge Visionäre – Deine Zukunft beginnt jetzt“ im Gelsenkirchener Norden an. Die Projektpartner ziehen nun eine positive Bilanz – und sehen sich vor allem in dem Ansatz bestätigt, Schülerinnen und Schüler schon ab Klasse fünf an ihre berufliche Zukunft heranzuführen. Die Arbeit lief sogar so erfolgreich, dass es innerhalb der Schule am Eppmannsweg noch ausgeweitet werden soll.
Das Modellprojekt ist nach Angaben der Verantwortlichen bundesweit einmalig. Über mehrere Jahre wurden die Kinder und Jugendlichen an der Sekundarschule Hassel intensiv begleitet – nicht mit klassischer Berufsorientierung, sondern mit dem Ziel, eigene Stärken zu entdecken, Interessen zu entwickeln und Zukunftspläne greifbar zu machen. Workshops, Einblicke in Unternehmen und persönliche Begleitung sollten die Berufsorientierung erlebbar machen
Die Rückmeldungen fallen positiv aus: Die Jugendlichen fühlten sich sicherer in ihrer Zukunftsplanung, Lehrkräfte berichteten von mehr Motivation und stärkerem Selbstbewusstsein. Für die Projektpartner ist „Junge Visionäre“ damit auch eine Möglichkeit, gegen Jugendarbeitslosigkeit und den Fachkräftemangel vorzugehen.
Für die Agentur für Arbeit ist der frühe Ansatz das Entscheidende: „Viele Jugendliche wissen viel zu spät, welche Möglichkeiten überhaupt in ihnen stecken. Genau hier setzt ‚Junge Visionäre‘ an“, sagt Annette Höltermann, Vorsitzende der Geschäftsführung. Das Projekt gebe jungen Menschen Orientierung, stärke ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und eröffne echte Perspektiven.
Aus dem Hans-Sachs-Haus kommt ebenfalls positive Resonanz: „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Schule, Wirtschaft und Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
Auf der Arbeitgeberseite steht vor allem der praktische Nutzen im Vordergrund. „Unternehmen brauchen motivierten Nachwuchs – und Jugendliche brauchen Einblicke in die Arbeitswelt. ‚Junge Visionäre‘ schafft genau diese Verbindung“, sagt Michael Grütering, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe.
Für Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, sei das Besondere „der frühe Einstieg bereits in der 5. Klasse und die daran anschließende durchgehende Begleitung bis zur Abschlussklasse“. Denn noch immer gibt es folgendes Problem: Dass die klassische Berufsorientierung für viele Jugendliche schlicht zu spät komme.
Das Projekt wurde von der Stiftung Pro Ausbildung organisiert und gemeinsam von der Agentur für Arbeit, der Stadt und den Arbeitgeberverbänden Emscher-Lippe finanziert.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – aus Essen, Deutschland und der Welt.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen

source

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*