Gelsenkirchens heißer Platz: Diese Aktion soll für Schatten in der City sorgen – WAZ


Der Heinrich-König-Platz gehört im Sommer zu den heißeren Orten der Stadt: eine große gepflasterte Fläche, kaum Grün in Sicht, wer in den Schatten will, der muss sich an den Rand des Platzes flüchten. Was kann man tun, um dem etwas entgegenzusetzen? Zum Beispiel Pflanzen aufstellen: Genau das hat die Stadt Gelsenkirchen jetzt getan. Und zu den Pflanzen gehören sogar Sitzbänke.
Pflanzen mit Bänken auf dem Heinrich-König-Platz? War da nicht mal was? Genau: 2024 standen schon einmal ähnliche Objekte in der Gelsenkirchener City. Drei Monate lang hatte die Stadt damals drei begrünte „Pergola-Bänke“ aus Kiefernholz aufgestellt – eine davon sogar mit Wasserzerstäuber. Die schicken Outdoor-Möbel kamen bei den Menschen gut an, doch die Bilanz fiel ernüchternd aus. Pflege und Wartung waren deutlich aufwendiger als gedacht – dazu kamen Schäden durch Vandalismus. „Die Bank mit dem Wasserzerstäuber hat ganz oft nicht funktioniert, weil sie beschädigt wurde“, sagt Wirtschaftsdezernent Simon Nowack. Am Ende schlugen Anmietung, Transport, Versicherung und Wartung mit rund 32.000 Euro zu Buche.
Einen messbaren Effekt auf das Mikroklima am Platz hatten die Bänke laut Stadt auch nicht. Das Fazit der Verwaltung: beliebt, aber zu teuer und zu wenig wirkungsvoll. Ein erneutes Ausleihen kam daher ebenso wenig infrage wie ein eigener Ankauf – dafür fehlten schlicht die Lagermöglichkeiten. Stattdessen entschied sich die Stadt für eine dauerhaftere und günstigere Lösung: mobile Pflanzenkübel mit Sitzgelegenheiten, finanziert aus dem NRW-Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“.
Schon lange war diese Maßnahme angekündigt, jetzt ist sie da: Zwei dieser Pflanzenkübel stehen auf dem Heinrich-König-Platz. Gebaut, aufgestellt und gepflegt wurden beziehungsweise werden sie von der Gelsenkirchener Arbeitsförderungsgesellschaft (Gafög). Sie bestehen aus einer Metallhülle, die beiden Bänke an den Längsseiten sind aus Holz. „Die Kübel wiegen etwa zwei Tonnen“, berichtet Gafög-Betriebsleiter Ralf Matrisch. Das habe den Vorteil, dass sie stabil stünden, ohne am Boden befestigt zu sein, sich aber dennoch entfernen ließen, wenn der Platz gebraucht wird.
Aus einem der Kübel wächst ein Amberbaum: „Wenn der ausgewachsen ist, wird die Krone einen Durchmesser von etwa 1,60 Meter haben und durchaus in der Lage sein, Schatten zu spenden“, so Matrisch. Aus dem anderen Kübel ragt ein Metallgitter, an dem sich eine Jasminpflanze entlangrankt: Auch hier sollen Menschen Schatten finden.
„Weil sich direkt unter dem Heinrich-König-Platz die U-Bahn befindet, können wir hier keine Bäume pflanzen“, erklärt Simon Nowack. Da seien Pflanzenkübel wie diese zumindest eine kleine Alternative. Aus dem Landesförderprogramm werden insgesamt sieben solcher Kübel finanziert. Wo die anderen fünf aufgestellt werden, sei noch nicht geklärt, so Nowack. Fest stünde nur, dass sie auch in der City stehen werden: Das Förderprogramm bezieht sich räumlich immer nur auf einen bestimmten Bereich.
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