
Ein Großbrand auf dem Werksgelände von BP in Gelsenkirchen-Scholven hat am Mittwoch (15. Juli) ab etwa 17 Uhr für eine große Rauchsäule gesorgt. Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger meldeten laut Polizei „meterhohe Flammen und Rauchentwicklungen“.
Der Brand sei mittlerweile gelöscht, es liefen nur noch „ein paar Rest- und Aufräumarbeiten“, teilt die Polizei Gelsenkirchen gegen 21.50 Uhr mit. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnissen nicht, laut BP bestand keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.
Der Brand soll an einer Leitung entstanden sein. Diese soll allerdings kein giftiges Gas geführt haben, ist aus Ermittlerkreisen zu hören. Bei dem Feuer sollen Dieselrückstände verbrannt sein. Das soll der Grund für die große Rauchentwicklung gewesen sein. Die Ermittlungen dauern aber an.
Im Einsatz gewesen sind die Werksfeuerwehr von Ruhr Oel und die Feuerwehr Gelsenkirchen. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gelände, um die Lage zu dokumentieren.
Bürgerinnen und Bürger wurden zeitweise gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten und Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Zu beobachten war der schwarze Rauch am Nachmittag bereits von der Berliner Brücke aus. Die Warn-App Nina warnte vor Rauchgasen in Scholven und Hassel. Auch in Marl, Gladbeck, Dorsten und Herten warnte die App vorsorglich.
BP hat sich erst am frühen Abend öffentlich zu dem Brand geäußert. Da war das Feuer unter Kontrolle. „Es gibt keine Verletzten und nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung, dennoch kann es weiterhin zu Geruchsentwicklungen kommen“, teilte BP-Sprecher Peter Kretzschmar mit. Der Brand habe sich in einer Diesel-Entschwefelungsanlage ereignet. Auch BP betonte, die Brandursache sei noch ungeklärt.
Erst am Tag vor dem Brand hatte die WAZ exklusiv darüber berichtet, dass der Bund den Verkauf der BP-Tochter Ruhr Oel GmbH an die Gary Klesch Group genehmigt hat – allerdings unter strengen Auflagen. Der Raffineriebetrieb in Gelsenkirchen muss fortgeführt und insbesondere Kunden aus der kritischen Infrastruktur langfristig versorgt werden. Die Bundesregierung behält Überwachungs- und Widerrufsrechte. Rund 1700 Beschäftigte sollen Ende Juli/Anfang August einen neuen Arbeitgeber bekommen.
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