Müll und möglicher Leistungsmissbrauch: Stadt sperrt illegale Wohnungen – WAZ


Kaputte Haustüren, offene Kabel im Treppenhaus, Bauschutt und Altmöbel im Hinterhof: Bei einer gemeinsamen Kontrolle hat die Stadt Gelsenkirchen in mehreren Häusern an der Herner Straße, Schalker Straße, Uechtingstraße und Bergmannstraße wieder zahlreiche Mängel gefunden. Sechs Wohnungen darf vorerst niemand mehr nutzen. Das teilte die Verwaltung am Montag (10. August) mit.

Im Einsatz waren am Donnerstag, 6. August, der Kommunale Ordnungsdienst, der Verkehrsüberwachungsdienst, die Stadtplanung und die Bauordnung – gemeinsam mit dem Jobcenter, dem Energieversorger ELE und der Polizei.
Sieben der acht Wohnungen konnten die Kontrolleure betreten. Im Treppenhaus schloss die Haustür nicht richtig, im Dachgeschoss war ein Fenster gesplittert. Die Bauordnung leitete Verfahren ein und untersagte die Nutzung von vier Wohnungen: Sie sind nach Angaben der Stadt formell illegal, also ohne die nötige Genehmigung, entstanden. Zudem prüfen Jobcenter und Stadt, ob Bewohner zu Unrecht Sozialleistungen bezogen haben und ob gegen Miet- und Wohnungsaufsichtsrecht verstoßen wurde. Belege dafür stehen bislang aus.
In zwei Häusern an der Schalker Straße stellte die ELE eine Gas- und vier Stromzähler ab. Die Bauordnung sperrte je eine Dachgeschosswohnung und leitete Verfahren wegen der Treppenhäuser ein – dort fanden die Kontrolleure offene Kabel, eine fehlende Absturzsicherung, eine defekte Haustür und brennbares Material.
Ein Anbau im Hinterhof war ohne Genehmigung gebaut worden, ihn muss der Eigentümer abreißen. Weil der Hof mit Bauschutt und Altmöbeln vermüllt ist, informierte die Stadt Gelsendienste und das Umweltreferat. Drei Gewerbebetriebe meldete sie an die Gewerbeabteilung – sie sollen geprüft oder abgemeldet werden. Auch hier hat das Jobcenter mehrere Verdachtsfälle auf Sozialleistungsmissbrauch notiert, der Ordnungsdienst kontrolliert nach.
In einem Haus an der Bergmannstraße stellte die ELE zwei Gaszähler ab. An der Uechtingstraße öffneten vier von acht Wohnungen. Die meisten gemeldeten Bewohner trafen die Kontrolleure an. In einem Fall könnte jemand ohne Erlaubnis länger abwesend gewesen sein – auch das prüft die Stadt.
Rund um die Häuser kontrollierte der Verkehrsüberwachungsdienst den Verkehr. Er sprach 46 Verwarnungen aus und leitete elf Bußgeldverfahren ein, weil Fahrerlaubnisse fehlten oder fehlerhaft waren. Fünf Halter mussten nicht zugelassene Autos von der Straße holen, sechs Fahrzeuge ließ die Stadt abschleppen, weil sie den Verkehr behinderten.
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