Immobilienpreise in Gelsenkirchen: Wie die Stadt im Vergleich punktet – WAZ


Die aktuellen Zahlen der Landesbausparkasse NordWest (LBS) zeigen: In Gelsenkirchen schwanken die Preise für Immobilien im Vergleich des ersten Halbjahres 2026 mit dem des Vorjahres nur leicht.
Zwei Prozent Teuerung verzeichnet eine gebrauchte Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern, die für durchschnittlich 131.400 Euro angeboten wurde. Laut LBS entspricht dies einem Quadratmeterpreis von 1640 Euro. Die günstigsten Wohnungen dieser Art waren bereits ab insgesamt 104.000 Euro erhältlich (1300 Euro pro Quadratmeter), die teuersten für 160.000 Euro (2000 Euro pro Quadratmeter). Gelsenkirchen liegt somit in dieser Kategorie unter dem Ruhrgebietsdurchschnitt, wo der mittlere Preis für eine solche Wohnung 176.800 Euro betrug und sich um drei Prozent verteuerte, berichtet Mark Escher, LBS-Betriebsleiter.
Auch im direkten nachbarstädtischen Vergleich sind Wohnungen in Gelsenkirchen günstiger zu haben. In Herne kostete eine gebrauchte Eigentumswohnung zwischen 1460 Euro und 2050 Euro pro Quadratmeter, der Mittelwert liegt laut LBS bei 1710 Euro. In Essen werden durchschnittlich pro Quadratmeter sogar 2540 Euro fällig, was bei entsprechender Größe einen Gesamtpreis von 203.200 Euro ausmacht.
Da immer mehr Objekte aus den 60er- bis 80er-Jahren auf den Markt kommen, „entscheidet neben der Lage auch immer stärker die Energiebilanz über den Preis einer Immobilie“, teilt die LBS mit. Wenn sich die Gebrauchtpreise zu sehr denen eines Neubaus nähern, würde sich der Käufer aufgrund der deutlich niedrigeren Betriebskosten möglicherweise für den Neubau entscheiden. „Eine vergleichbare, neu gebaute Wohnung kostet im Ruhrgebiet derzeit durchschnittlich 362.400 Euro“, heißt es.
Auch Einfamilienhäuser seien weiterhin sehr gefragt: „Bei einem gebrauchten freistehenden Eigenheim liegen die Preise in Gelsenkirchen im 1. Halbjahr bei durchschnittlich 430.000 Euro“, gibt dies LBS an, was einem Preisrückgang von zwei Prozent entspricht. Hier reicht die Spanne von 339.000 bis 600.000 Euro. Im Ruhrgebiet liegt der mittlere Wert bei 475.000 Euro, also höher als in Gelsenkirchen.
Zum freistehenden Haus kommt man in Gelsenkirchen deutlich günstiger als in den Nachbarstädten: In Essen werden für ein gebrauchtes Einfamilienhaus trotz eines Preisrückgangs von sieben Prozent im Median 648.000 Euro fällig, in Herne immerhin noch 479.000 Euro bei einer Verteuerung von neun Prozent.
Immer wieder gibt es in der Stadt Gelsenkirchen Auffälligkeiten beim Thema Wohnen: Zuletzt stachen extreme Zahlen beim Wohngeld heraus, zudem ist der Wohnraum für das gleiche Geld in den letzten vier Jahren deutschlandweit nirgendwo so sehr geschrumpft, wie hier.
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