20 Stunden Training pro Woche: „Immer bereit sein, dich zu zerstören“ – WAZ


Gelsenkirchen. Simon Hagin von der SG Gelsenkirchen ist Jugendsportler der Stadt Gelsenkirchen. Er weiß, wie wichtig der Kopf im Sport ist.
Dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper stecken soll, ist als Einstellung und Sprichwort seit beinahe 2000 Jahren bekannt. Etwas jünger ist da doch die Variante, die auch Simon Hagin noch eher unterschreiben würde. „Ein feuriger Geist in einem muskulösen Körper“, so änderte der Olympia-Wiederbeleber und ehemaliger IOC-Präsident Pierre de Coubertin den ursprünglichen Satz vor gut 100 Jahren um. Im 16-jährigen Schwimmer der SG Gelsenkirchen dürfte er auch im Jahr 2025 einen Unterstützer gefunden haben.
„Du musst immer bereit sein, dich zu zerstören“, erklärt Hagin seine Herangehensweise an seine Wettkämpfe. Das ist bislang von Erfolg gekrönt.
Das laufende Jahr zählt zu seinen erfolgreichsten, wenn es nicht sogar das erfolgreichste seiner bislang zehnjährigen Schwimm-Karriere ist. Ein kompletter Medaillensatz bei den NRW-Jahrgangs-Meisterschaften, zudem die historische Bronzemedaille bei den Deutschen Jahrgangs-Meisterschaften – und als Abschluss noch die Ehrung als Gelsenkirchens Jugendsportler des Jahres.
So sehr Hagin auch betont, dass der Kopf genauso wichtig wie der Körper sei, so wichtig ist auch das physische Training. 20 Stunden verbringt er damit pro Woche, nicht nur im Becken. Er ist auch immer wieder im Kraftraum anzutreffen. Nicht ohne Grund hatte SG-Trainer Michael Seeger ihn nach der DJM als „Kraftpaket“ bezeichnet.
Er ist ehrgeizig, will sich immer weiter verbessern. „Wenn man etwas will, kann man es auch erreichen“, sagt er. So sind auch die Olympischen Spiele vielleicht gar nicht so weit weg. Er rechnet das anhand seiner Lieblingsstrecke einmal vor: „Über die 100 Meter Schmetterling müsste ich jetzt noch fünf Sekunden schneller werden.“ Eine Ewigkeit im Schwimmsport. Aber: „Ich habe mich ja auch im letzten Jahr von einer Minute auf 55 Sekunden verbessert“, sagt er.
Aber auch schon jetzt kann Hagin eine stabile sportliche Vita vorweisen. „Als ich damals angefangen habe, hätte ich nicht geglaubt, dass es so enden wird“, erinnert er sich an seine Anfänge vor knapp zehn Jahren. Da wollte seine Mutter einfach nur, dass ihr Sohn Schwimmen lernt. Darüber ist er mittlerweile schon ein gutes Stück hinaus.
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Eine Schwäche gesteht er sich allerdings zu: Manchmal macht der Kopf doch nicht mit, dann folgen die Gedanken ihm ins Becken. Auch daran wird er arbeiten. Mit der Disziplin, mit der er auch seinen Körper trainiert. Erst einmal stehen aber ein paar freie Wochen an. Ein wenig Zeit also, um den Kopf freizukriegen und eventuell einen kleinen Anteil der 300-Euro-Prämie der Jugendförderhilfe auf den Kopf zu hauen.
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