32. City Nacht Gelsenkirchen: Goerges zeigt Welt- und Europameister die Hacken – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Das ist das Schöne in Schaffrath: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Rennen der 32. City Nacht zu genießen. Wer nah dran sein möchte, steht mit Verpflegung direkt am Absperrgitter und sieht die Radsportler im Affenzahn vorbeibrausen. Aber auch aus dem Garten heraus an der eigenen Bierzeltgarnitur kriegt man als Familie noch genug Renn-Atmosphäre mit, und als es um kurz nach 19.30 Uhr anfing zu regnen, wurden schnell die Pavillons aufgebaut.
Ein hochkarätiges Teilnehmerfeld raste um den Großen Preis der Sparkasse Gelsenkirchen über die regennasse Fahrbahn. Mit dabei war Roger Kluge, amtierender Bahn-Europameister aus Eisenhüttenstadt und dreifacher Welt- und Europameister im Madison sowie Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele in Peking – und der amtierende Weltmeister im Scratch, Moritz Augenstein.
Auf der regennassen Runde entwickelte sich ein schnelles und hochklassiges Eliterennen. Nach 60 Runden setzte sich Gunnar Goerges von Leeze Factory Racing in 1:28:05,48 Stunden hauchdünn durch. Gianluca Weßling und Roger Kluge kamen zeitgleich mit dem Sieger ins Ziel und belegten die Plätze zwei und drei, auch Steyn van der Veen lag als Vierter nur minimal zurück.
Moritz Augenstein, der als amtierender Weltmeister im Scratch nach Schaffrath gekommen war, beendete das Rennen auf Platz sieben und hielt sich damit ebenfalls im vorderen Klassement eines stark besetzten Feldes.
Roger Kluge ließ sich nach seinem Podestplatz nicht lumpen und zeigte gegenüber Michael Zurhausen sein Alter mit den Fingern an: 40 Jahre. „40 Jahre“, staunte Zurhausen, „und der Mann wird uns aller Wahrscheinlichkeit nach bei den Olympischen Spielen vertreten. Und dann können wir sagen: Er war in Schaffrath.“
Kluge ist dreimaliger Weltmeister, Moritz Augenstein amtierender Scratch-WM-Champion – und damit im Laufe der Jahre Weltmeister Nummer 16, der die City Nacht bestritten hat. „Super Stimmung rund um die Strecke“, grinste Augenstein.
Das war der Schlusspunkt eines arbeitsreichen Tages für die Organisatoren. Sind die Amateure, die Masters, erst mal beim ersten Rennen unterwegs, dann hat auch Michael Zurhausen vom Ausrichter des Abends, RC Olympia Buer, mal Pause. Bis der erste Rennen gestartet ist, ist Zurhausen im Brummkreisel-Modus unterwegs, bis klar ist: Läuft – und Michael Zurhausen sitzt vermutlich zum ersten Mal an diesem Tag.
Ob der Zeitplan eingehalten wird, ist bei so einer Veranstaltung immer so eine Sache. „Es soll pünktlich losgehen“, lautet eine Durchsage in Schaffrath, mit dem nicht unwichtigen Zusatz: „Wenn die Strecke freigegeben wird.“
Bei den Rennen selbst gibt es keine Unwägbarkeiten, dafür sorgt das Timingteam des Radsportverbandes NRW. Josef Droste, einer der für die korrekte Datenerfassung an diesem Abend zuständig ist: „Die Ergebnisse gibt‘s auf der Seite von My Race Result live.“ Die Zeiten werden aus Schaffrath nach Karlsruhe übermittelt, landen von dort aus auf der Ergebnisseite im Internet.
Aber so voll der Bully auch ist mit Equipment und Technik: Für den Onlinereporter von waz.de ist auf dem Beifahrersitz ein Platz frei, sogar mit Holztischchen und einem Marienkäfer als Glücksbringer.
Am Rande der Strecke besingen ein paar ganz junge Fans des FC Schalke 04 noch den Zweitliga-Meister und Bundesliga-Aufsteiger „Scha-lala-la-la-la, Schalkeeeee Null-Vier!“ – da sind die Sieger der Masterswertung 2 und 3 des Amateurrennens noch nicht ganz ermittelt.
Als wenig später auch die letzten Platzierungen feststanden, richtete sich der Blick auf die getrennt gewerteten Klassen Masters 2 und Masters 3. In der Masters-2-Wertung sicherte sich Tobias Müller vom RSV Unna 1968 nach 40 Runden in 1:00:53 Stunden den Sieg. Kalle Trumann vom Rose Team NRW hielt den Rückstand knapp und wurde Zweiter, Jonathan Müller – Tobias Müllers Sohn – machte auf Rang drei den starken Auftritt des RSV Unna komplett. Dahinter belegten Constantin Schreiber und Niklas Lukarsch die Plätze vier und fünf.
Bei den Masters 3 setzte sich Uwe Kappelhoff vom RSC Stadtlohn 1968 in 1:01:35 Stunden durch. Boris Müller vom RSV Düren fuhr auf Platz zwei, während Rainer Beckers als Dritter das Podium komplettierte. Sascha Wirba und Frank Meeßen rundeten die Top fünf ab.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – aus Essen, Deutschland und der Welt.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen

source

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*