Bank-Einbruch in Gelsenkirchen: Überwachungsvideo zeigt Täter – WDR


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Aktuelle Stunde 30.12.2025 36:59 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2027 WDR Von Carmen Krafft-Dahlhoff
Stand: 31.12.2025, 16:00 Uhr
Nach dem Bank-Einbruch in Gelsenkirchen kursiert ein Tatvideo. Es handelt sich um ein Überwachungsvideo aus dem Parkhaus. Die Polizei ermittelt, viele Kunden sind verzweifelt.
Seit drei Tagen sorgt der Bankraub im Stadtteil Buer nicht nur in Gelsenkirchen, sondern bundesweit für Schlagzeilen. Nun kursieren erste Videobilder, die offenbar die mutmaßlichen Täter des Einbruchs zeigen. Die Echtheit des Videos wurde dem WDR am Mittwoch von der Polizei bestätigt. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
Das Video stammt demnach aus der Parkhaus-Tiefgarage, durch die sich die Einbrecher Zugang zur Sparkassen-Filiale verschafften. Zu sehen sind nicht nur der mutmaßliche schwarze Fluchtwagen der Täter und ein zweites offenbar beteiligtes Fahrzeug, sondern auch zwei vermummte Personen.
Die Bilder zeigen dabei einen der mutmaßlichen Täter, wie er mit Münzgeld an einem Parkscheinautomaten zahlt. Er trägt eine schwarze Sturmhaube und einen grauen Pullover mit der Aufschrift „Fujitrail“ auf dem Rücken.
Auf weiteren Bildern ist wohl derselbe Mann zu sehen, wie er die Parkhausschranke per Hand anhebt, damit ein weißer Kastenwagen wegfahren kann. Auch eine zweite vermummte Person mit schwarzer Jacke und schwarzer Kappe macht sich auf gleiche Weise an der Schranke zu schaffen.
Erste Überwachungsvideos sollen die Täter im angrenzenden Parkhaus zeigen.
Inzwischen gibt es Überwachungsvideos aus dem Parkhaus, über das die Täter in die Bank eingebrochen waren. Hier ist einer der mutmaßlichen Täter zu sehen, wie er mit Münzgeld an einem Parkscheinautomaten zahlt.
Inzwischen gibt es Überwachungsvideos aus dem Parkhaus, über das die Täter in die Bank eingebrochen waren. Hier ist einer der mutmaßlichen Täter zu sehen, wie er mit Münzgeld an einem Parkscheinautomaten zahlt.
Auf weiteren Bildern ist wohl derselbe Mann zu sehen, wie er die Parkhausschranke per Hand anhebt, damit ein weißer Kastenwagen wegfahren kann.
Über die Tiefgarage verschafften sich die unbekannten Täter in Gelsenkirchen-Buer Zugang zur Sparkassen-Filiale – und rissen mit einem Spezialbohrer ein riesiges Loch in die Stahlbetonwand zum Tresorraum.
Im Tresorraum brachen die Einbrecher nach Bankangaben 95 Prozent der 3.250 Kunden-Schließfächer auf. Wie viel Bargeld, Gold und Wertgegenstände die Täter mitnahmen, muss noch ermittelt werden.
Nach Bekanntwerden der Tat versammelten sich viele Kunden vor der Sparkasse. Sie sind in Sorge, von dem Raub betroffen zu sein – und fühlten sich schlecht informiert.
Was in den Schließfächern gelagert wurde, weiß die Bank nicht. Daher müssen die Opfer des Einbruchs kontaktiert werden.
An der Filiale in Gelsenkirchen-Buer wurden Hinweiszettel für die Sparkassen-Kunden ausgehängt.
Wegen des großen Andrangs rückte die Polizei an und räumte den Vorraum der Bank. Es folgten Lautsprecherdurchsagen, um die Situation zu beruhigen.
Mehrfach gab die Polizei die Info durch, dass die Bank am Dienstag geschlossen bleibe. Informationen gebe es auf der Website der Sparkasse.
Frank Kallmann, der Pressesprecher der Sparkasse Gelsenkirchen, gab an der Filiale ein Statement zur aktuellen Lage ab.
Laut Sparkasse sind Werte über 10.300 Euro pro Schließfach nur mit einem besonderen Versicherungsvertrag gesichert. Mit dem Versicherungsträger Provinzial werde nach einer schnellen Lösung gesucht, wie Schäden ersetzt werden können.
Auch Thomas Nowaczyk, der Pressesprecher der Gelsenkirchener Polizei, äußerte sich vor Ort. Die Polizei sucht weiter Zeugen.
Fest steht, dass die Täter von einer Tiefgarage durch mehrere Türen zunächst in einen Archivraum vordrangen, von dem sie sich mit einem Spezialbohrer in den Tresorraum der Bank vorarbeiteten. Dabei rissen sie ein riesiges Loch in die Stahlbetonwand.
„Den Bohrer kriegen sie nicht im Baumarkt“, sagte ein Sprecher der Polizei dazu. Passiert sein soll die Tat entweder an den Weihnachtsfeiertagen oder am vergangenen Wochenende. Warum dann schließlich erst Montagfrüh die Brandmeldeanlage Alarm auslöste und die Tat entdeckt wurde, sei noch unklar.
Später teilte die Polizei mit, dass es bereits am Samstag einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude gab. An diesem Tag waren Polizei und Feuerwehr gegen 6.15 Uhr vor Ort, „konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ„, hieß es. Die genauen Abläufe dieses Einsatzes sind den Angaben zufolge Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Polizei ermittelt wegen schweren bandenmäßigen Raubs und sagt, dass sich mittlerweile mehrere Zeugen gemeldet haben. Sie hätten in der Nacht zu Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus der Tiefgarage gesichtet. Ebenso einen schwarzen Audi RS6 mit Hannoveraner Kennzeichen, das als gestohlen gemeldet worden war. Im Auto hätten maskierte Täter gesessen, von denen einer die Schranke zur Ausfahrt betätigt habe.
Die Polizei sucht weiter Zeugen, die in den vergangenen Tagen verdächtige Geräusche gehört oder sonstige Beobachtungen rund um den Tatort gemacht haben. Sie werden gebeten, sich unter den Rufnummern 0209/365 8112 oder 0209/365 8240 zu melden.
Nach Bankangaben haben die Täter 95 Prozent der 3.250 Kunden-Schließfächer aufgebrochen. Der Tresorraum der Filiale ist durch Alarmanlagen gesichert. Kunden berichten, dass es auch eine Videoüberwachung in dem Raum gibt.
Wie viel Bargeld, Gold und Wertgegenstände die Täter in Gelsenkirchen tatsächlich fortgeschafft haben, muss noch ermittelt werden. Denn die Banken wissen nicht, was in ihren Schließfächern gelagert wird. Die Betroffenen müssen deswegen kontaktiert werden.
Die Polizei legt bei der Berechnung der Schadenssumme deswegen aktuell die Versicherungssumme pro Fach zugrunde. Jedes der mehr als 3.000 Schließfächer ist nach Angaben der Sparkasse Gelsenkirchen mit 10.300 Euro versichert. „Offiziell sprechen wir deshalb von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag„, teilte ein Sprecher der Polizei dem WDR mit. Damit wäre es einer der größten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.
Werte über 10.300 Euro sind laut Sparkasse nur mit einem besonderen Versicherungsvertrag versichert. Die Bank sagt, dass sie nach einer schnellen Lösung mit dem Versicherungsträger Provinzial suche, wie Schäden ersetzt werden können und welche Nachweise erforderlich sind.
WDR Studios NRW 31.12.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 31.12.2027 WDR Online
Am Dienstagvormittag hatten sich schätzungsweise 200 betroffene Kunden vor der Filiale eingefunden. Sie fühlen sich allein gelassen. „Wir wollen rein, wir wollen rein!„, forderte lautstark ein Sprechchor. Die Lage drohte zu eskalieren, es kam zu tumultartigen Szenen.
Mehrere Menschen stürmten an Mitarbeitenden einer Sicherheitsfirma vorbei in den Vorraum der Sparkasse. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an, sicherte den Eingang und machte mehrfach eine Durchsage: „Die Bank bleibt heute geschlossen, Informationen auf der Website der Sparkasse. Gehen Sie nach Hause.
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Tat hatten sich am Montag dutzende Kunden vor der Filiale in Buer eingefunden. Sie waren in Sorge, von dem Raub betroffen zu sein. Der Andrang wurde schließlich so groß, dass Polizisten anrückten und den Vorraum der Bank räumten. Um die Situation zu beruhigen, folgten ebenfalls Lautsprecherdurchsagen der Polizei.
Warum sich Kunden von der Sparkasse hängen gelassen und „verarscht“ fühlen, lest ihr in diesem Beitrag:
Für betroffene Kunden hat die Sparkasse mittlerweile eine Hotline geschaltet: 0209/1611110. Zudem hat die Bank Informationen auf ihrer Homepage veröffentlicht:
Dort heißt es: „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Fach betroffen ist, ist sehr hoch. Sie müssen leider davon ausgehen, dass auch Ihr Fach aufgebrochen wurde.“ Die Betroffenen würden umgehend schriftlich informiert.
Hinweis: In einer vorherigen Version des Textes hatten wir geschrieben, dass die Polizei von einer Beute von 30 Millionen Euro ausgeht. Das ist allerdings die Versicherungssumme und nicht der tatsächliche Schaden, den die Ermittler noch nicht beziffern können. Die Polizei spricht deshalb von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Wir haben den Text entsprechend angepasst.
Erstsendung: WDR.de, Bankraub: Räuber bohren Loch in Gelsenkirchener Tresorraum, 29.12.2025, 10.15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 30.12.2025, 16.00 Uhr
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4 Alexander Gersonde heute, 14:31 Uhr
Warum fühlen sich die Kunden verarscht? Die Tat ist vollendet worden. Danach müssen erst einmal Spuren gesichert werden. Erst im Anschluss, können die Verantwortlichen der Bank den Kunden Auskunft darüber geben, welches Schließfach betroffen war. Ich habe Verständnis für die Kunden, aber bei allem Respekt: Es gibt Verträge zu den jeweiligen Schließfächern und dort stehen die Bedingungen drin, welches Ereignis wie Versichert ist. Vielleicht sollte man sich angewöhnen Verträge durchzulesen. Ich hatte vor vielen Jahren auch ein Schließfach. Den Vertrag habe ich immer noch und dort sind die Schadenersatzbedingungen genau vorgegeben. Mittlerweile sind meine Wertsachen in einem Tresor der höchsten Sicherheitsstufe gelagert. Inkl Alarmanlage ist der finanzielle Aufwand auf 10 Jahre hochgerechnet gleich. Nach 10 Jahren ist es finanziell lukrativer für mich. Ich besitze KEIN Eigenheim. Sicherheit ist trotzdem machbar und richtig zu versichern.
3 Peter Malek heute, 14:30 Uhr
Jetzt werden aber Deutschlandweit viele Besitzer von Bankschließfächern schlaflose Nächte haben. Völlig unverständlich, daß keine Alarmanlage ausgelöst wurde durch den wahrscheinlich nicht gerade leisen Bohrer. Genau so unverständlich, daß der Inhalt der Schließfächer nur mit gut 10000 Euro versichert ist.was für viele wohl einen beträchtlichen Verlust bedeutet. Und es gibt noch viele Ungereimtheiten bei diesem Verbrechen.
KeinName 31.12.2025, 15:28 Uhr
Man kann die Schließfächer höher versichern das entscheidet der Kunde! Natürlich muss dann bisschen mehr zahlen aber viele wollen hier sparen und legen dann mehr rein als 10.000€ rein, tja selber schuld! Standartmäßig sind die Schließfächer mit 10.000€ vorbelegt
2 Anonym heute, 14:28 Uhr
Raub oder Einbruch? Was denn nun?
1 Hans Joachim Kaiser heute, 14:25 Uhr
In unserem Keller haben wir ähnliche Holzregale, auf denen Konservendosen, Eingemachtes, Äpfel, Birnen und Kartoffeln gelagert werden. Wir haben zur Sicherung auch einige Mausfallen aufgestellt. Bewegungsmelder, Kameras. Rauch- und Lärmsensoren haben wir (noch) nicht installiert. Aber wir arbeiten daran. Fürs Geld haben wir einen Safe, aber nicht in der Bank.
Banknachbar 31.12.2025, 16:13 Uhr
Das auf dem Foto ist der Archivraum, in dem die Sparkasse Dokumente gelagert hat. Der Schließfachraum liegt auf der anderen Seite des Lochs und ist – nicht mit IVAR-Regalen von Ikea bestückt… 😉
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