
Gelsenkirchen. Vorsitzender Johannes Werner fühlt sich mit den Devils wegen erheblicher Trainings-Einschränkungen blockiert. Mit „Stückellösungen“ könnte die Lage etwas entzerrt werden.
Johannes Werner, Vorsitzender des American Football-Verbandsligisten Gelsenkirchen Devils, sieht seinen Verein aktuell vor „massiven Herausforderungen, die seiner Einschätzung nach den Trainingsbetrieb für über 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Gelsenkirchen bedrohen.“
Hintergrund der Probleme: Trotz mehrfacher Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Stadtsportbund hat sich die Situation aus Werners Sicht „in den letzten Monaten nicht verbessert.“ Das Devils-Urgestein, das über Jahre als Quarterback die Kreativzentrale der Gelsenkirchener Footballer bildete, stellt in einem Schreiben an die Redaktion fest: „Wir fühlen uns übergangen, nicht gehört und in unserem Engagement blockiert.“
Wo genau liegen die Probleme, die den Gelsenkirchen Devils aktuell das Leben so schwermachen? Johannes Werner listet an erster Stelle den Wegfall zugesicherter Trainingszeiten auf. Die Trainingsfläche am Fürstenbergstadion, wo unter anderem die Fußballer des BV Horst-Süd beheimatet sind, sei durch zusätzliche Mannschaften anderer Vereine stark eingeschränkt. Werner: „Auch Sonntagszeiten auf anderen Plätzen sind nun nicht mehr realisierbar.“
Die Gelsenkirchen Devils monieren außerdem das Ausbleiben von verbindlichen Zusagen. Man würde seit Monaten auf offiziell festgelegte, schriftliche Trainingszeiten warten, die von der Stadt mit allen Vereinen abgestimmt sind.
Ein weiterer Punkt, den Johannes Werner anführt: Es gebe eine unklare Zukunft bei wichtigen Anlagen. „Wir haben keine Informationen zu potenziellen Verpachtungen oder Fördermöglichkeiten. Auch beim Ascheplatz am Fürstenbergstadion, den wir mit Eigenmitteln sanieren wollten, gibt es keine Rückmeldung“, stellt Johannes Werner fest.
Der Devils-Vorsitzende befürchtet sogar einen „Wintertrainings-Kollaps“ und rechnet vor: „Ab Winter müssten sieben Mannschaften mit je 35–50 Spielerinnen und Spielern in eine einzige Sporthalle ausweichen.“ Werner sieht das weder sportlich sinnvoll noch organisatorisch realisierbar. Johannes Werner betont, dass seine Mitstreiter und er die Aufgaben „ehrenamtlich stemmen“ – mit dem Ziel, „Kindern und Jugendlichen ab dem Laufalter in Gelsenkirchen sinnvolle Sportangebote zu ermöglichen.“ Werner streicht heraus: „Doch ohne die notwendige Unterstützung und klare Planung droht unser Engagement ins Leere zu laufen.“
Die WAZ hat Gelsensport-Geschäftsführer Marc Kopatz mit den Schilderungen von Johannes Werner konfrontiert. „Die Thematik ist uns bekannt. Die Devils sind an die Stabsstelle Sport herangetreten. Ich weiß, dass an Lösungen gearbeitet wird. Man muss aber auch den Bedarf kennen. Letztlich ist es eine Kapazitätsfrage. Die Devils müssen sich darauf einstellen, dass ihr Trainingsbetrieb nicht an einem einzigen Ort stattfinden kann“, erläutert Kopatz.
In den nächsten Tagen sollen Gespräche mit Teutonia Schalke geführt werden, ob sich in der Glückauf-Kampfbahn Zeitfenster für die Gelsenkirchener Footballer finden lassen. „Um die Hallenkapazitäten kümmert sich die Stabsstelle Sport. Dass hier Bedarf besteht, ist schon seit längerer Zeit klar“, sagt der Gelsensport-Geschäftsführer. Marc Kopatz sieht für die Gelsenkirchen Devils zur Verbesserung der angespannten Lage „kurzfristig Stückellösungen“. Eine ganz große Lösung müsse man längerfristig im Rahmen der Sportentwicklung berücksichtigen.
Dass Devils-Präsident Johannes Werner seine Sorgen jetzt öffentlich gemacht hat, kann Marc Kopatz nachvollziehen. „Als aufstrebender Verein gibt es durchaus Frustrationsereignisse. Je individueller die Sportart, desto schwieriger ist mitunter die Situation. Sportraum ist bei uns in Gelsenkirchen Mangelware – oder zum Teil sanierungsbedürftig.“
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