Düsseldorf, Gelsenkirchen, Paris: Immer wieder spektakuläre Diebstähle – WDR


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Aktuelle Stunde 02.04.2026 30:19 Min. UT Verfügbar bis 02.04.2028 WDR Von Per Quast
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Immer wieder gelingen Kriminellen spektakuläre Einbrüche und Diebstähle – besonders in Erinnerung bleibt natürlich der Coup im Pariser Louvre. Aber auch in NRW gab es unglaubliche Einbrüche. Ein Überblick über dreiste Raubzüge der vergangenen Jahre.
Von Oliver ScheelOliver Scheel
Tunnel graben und ran an den Tresor – das gibt’s doch nur im Film, oder? Leider nein. Immer wieder gelingen Einbrechern spektakuläre Diebstähle – auch in NRW.
Der aktuellste Fall ist der nächtliche Beutezug in Düsseldorf: Die Einbrecher drangen in das Galeria-Warenhaus an der Flaniermeile „Kö“ ein und erbeuteten Schmuck in noch unbekanntem Wert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Weg durch einen U-Bahn-Schacht und dann durch eine Zwischendecke in den Verkaufsraum führte.
Spuren an Wänden und Decke des Kö-Kaufhauses
Dabei, so vermuten die Ermittler, könnten die Täter im Eingangsbereich des U-Bahnhofs ein Deckengitter aufgedrückt haben und durch einen Schacht, eine Zwischendecke und eine Trockenbauwand in die Verkaufsräume gelangt sein. Offenbar hatten sie genaue Kenntnisse über die baulichen Begebenheiten im altehrwürdigen Galeria-Kaufhaus. Über den Wert der Beute machte das Kaufhaus noch keine Angaben.

WDR 02.04.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 01.04.2028
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Die Täter bohrten ein Loch in die Tresorraumwand
Eine Nummer größer war aber sicher der Raubzug in der Gelsenkirchener Sparkasse. Dort arbeiteten sich die Kriminellen über die Weihnachtsfeiertage 2025 tagelang durch eine Wand zum Tresorraum und brachen scheinbar ohne Eile fast alle der 3.250 Kunden-Schließfächer der Filiale im Stadtteil Buer auf. Über die Höhe der Beute kann nur spekuliert werden, denn es ist nicht bekannt, was die Menschen in den Schließfächern hatten.
Fakt ist: Der Einbruch gehört zu den größten Coups der deutschen Kriminalgeschichte. Trotz eines riesigen Ermittlerteams sind der Ergebnisse bisher spärlich, eine richtig heiße Spur gibt es bisher nicht.
Die Stadtsparkasse KölnBonn am Friedensplatz
Nur wenige Tage vor dem Diebstahl aus der Gelsenkirchener Sparkasse verschwanden aus dem Schließfachbereich einer Bonner Sparkasse erhebliche Mengen Gold. Ein Mitarbeiter steht im Verdacht, sich unberechtigterweise Zugang zu zwei Schließfächern verschafft und den wertvollen Inhalt gestohlen zu haben. Tatverdächtig ist ein 22 Jahre alter ehemaliger Mitarbeiter der Bankfiliale.
Einer der dreistesten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte war sicherlich der Kunstraub aus dem Pariser Louvre am 19. Oktober 2025. Die Täter stahlen einen Teil der französischen Kronjuwelen – die mit Diamanten und Edelsteinen verzierten Schmuckstücke sollen etwa 88 Millionen Euro wert sein.
Die Louvre-Diebe nutzten eine Hebebühne
Das Verrückte an der Tat: Die Diebe parkten am helllichten Tat einen Lkw mit einer Hebebühne neben dem Louvre. Sie kletterten auf einen Balkon im ersten Stock und gelangten von dort durch ein Fenster in das Museum. Nach wenigen Minuten fuhren sie auf Motorrollern davon. Mittlerweile sind zwar fünf Verdächtige festgenommen, aber vom Schmuck fehlt noch jede Spur.
In der Nacht auf den 1. November 2020 kam es zu einem außergewöhnlichen Diebstahl in einem Zollamt. In Emmerich gelangten die Täter mithilfe eines Kernbohrers in den Tresorraum und erbeuteten dort in aller Seelenruhe 6,5 Millionen Euro Bargeld.
Das Emmericher Zollamt
Die Staatsanwaltschaft Kleve ging schnell davon aus, dass die Täter genau wussten, wo sie ansetzen müssen, ohne entdeckt zu werden. Nach eineinhalb Jahren wurden in Polen mehrere Männer festgenommen – es gab offenbar einen Streit um die Beute, der irgendwann auch die Ermittler erreichte.
Auch im Grünen Gewölbe schlugen Diebe zu
Am 25. November 2019 wurden aus dem historischen Grünen Gewölbe des Residenzschlosses in Dresden Kunstobjekte und Schmuckstücke gestohlen. Der Versicherungsschaden lag bei sagenhaften 113,8 Millionen Euro. Die Täter stahlen innerhalb weniger Minuten Schmuckstücke mit etwa 4.300 Diamanten und Brillanten.
Aber die Kriminellen wurden gefasst: Am 28. Januar 2022 begann der Prozess in Dresden. Auf der Anklagebank saßen sechs Mitglieder der arabischstämmigen Remmo-Großfamilie aus Berlin. Fünf von ihnen wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt. Ein Großteil der gestohlenen Objekte ist mittlerweile wieder aufgetaucht.
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 02.04.2026, 18.45 Uhr
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