Einbruch in Bank: Beute "im zweistelligen Millionenbereich" – ZDFheute


Mehrere Tausend aufgebrochene Schließfächer, besorgte Kunden, Tumult: Nach dem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkasse in Gelsenkirchen fahndet die Polizei nach mehreren Tätern.
In einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen haben Täter rund 3.200 Schließfächer aufgebrochen – mutmaßlich gefüllt mit Geld, Gold und Schmuck. Die Kunden sind aufgebracht.
Bei dem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen ist kaum ein Schließfach verschont geblieben. Nach Bankangaben brachen unbekannte Täter über 95 Prozent der 3.250 Kunden-Schließfächer auf. Die Beute der Einbrecher wird anhand der Versicherungssumme grob auf rund 30 Millionen Euro geschätzt, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Von mehr als 2.500 Geschädigten wird demnach ausgegangen.
Nach Angaben der Bank ist der Inhalt eines Faches mit bis zu 10.300 Euro versichert. Kunden könnten den Inhalt privat aber auch höher versichern. Die Beute könnte also noch höher ausgefallen sein. "Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus", sagte ein Sprecher der Polizei.
Nach dem Tresor-Einbruch fordern aufgebrachte Kunden Informationen. Die Polizei sicherte die Filiale. Jennifer Girke berichtet über die Lage vor Ort.
Das Institut schreibt auf seiner Website:
Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Fach betroffen ist, ist sehr hoch. Sie müssen leider davon ausgehen, dass auch Ihr Fach aufgebrochen wurde.
Sparkasse Gelsenkirchen
Da Banken selbst keine Kenntnis über den Inhalt der Schließfächer haben, müssen die Betroffenen festgestellt und kontaktiert werden. "Alle betroffenen Kundinnen und Kunden würden schriftlich informiert", teilte die Sparkasse mit.
Den Einbruch in die Bankfiliale im Stadtteil Buer hatten Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen infolge eines Alarms der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Beutetour zog sich möglicherweise über Tage hin: Zeugen beobachteten in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus eines angrenzenden Parkhauses.
Videokameras in dem Parkhaus erfassten am frühen Montag einen schwarzen Audi RS 6 mit einem in Hannover gestohlenen Kennzeichen. Im Auto saßen maskierte Personen, von denen eine die Schranke zur Ausfahrt betätigte.
Wie konnten Unbekannte in den Tresorraum eindringen?
Der Einbruch sei "tatsächlich sehr professionell abgelaufen", sagte ein Sprecher.
Da muss sehr viel Vorwissen beziehungsweise sehr viel kriminelle Energie hinter gesteckt haben, um das so zu planen und dann durchzuführen.
Sprecher der Polizei Gelsenkirchen
Nach dem spektakulären Einbruch sollte die Filiale am Dienstag eigentlich wieder öffnen, blieb allerdings wegen Tumulten geschlossen. Schätzungsweise mehr als 200 besorgte Kunden hätten sich am frühen Vormittag vor dem Gebäude eingefunden, wie Reporter berichten. Ein Sprechchor forderte: "Wir wollen rein, wir wollen rein!" Die Lage drohte zu eskalieren. Mehrere Menschen stürmten an Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma vorbei in den Vorraum der Sparkasse. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und machte schließlich eine Durchsage: Aufgrund der Situation bleibe die Filiale heute geschlossen.
Auch die Schließfachanlage könne "aufgrund der massiven baulichen Schäden" bis auf Weiteres nicht betreten werden, teilte die Bank mit. Bereits am Montag hatten sich Dutzende besorgte Kunden vor der Bankfiliale eingefunden und Informationen eingefordert.
Ersten Erkenntnissen zufolge erfolgte der Raubzug über das benachbarte Parkhaus. Der Weg führte durch mehrere Türen in einen Archivraum, an dessen Wand schließlich ein Durchbruch zum Tresorraum der Bankfiliale erfolgte. Dabei kam auch ein Spezialbohrer zum Einsatz.

Hätte der Einbruch möglicherweise schon früher als Montagmorgen bemerkt werden können? Laut Polizei hatte es bereits am Samstag einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude gegeben. Damals waren Polizei und Feuerwehr gegen 6:15 Uhr vor Ort, "konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ", heißt es in der jüngsten Mitteilung. Die genauen Abläufe dieses Einsatzes sind den Angaben zufolge auch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

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