Gedenkveranstaltung: Nordsterner erinnern an Grubenunglück vor 70 Jahren auf der Zeche Nordstern – Gelsenkirchen – Lokalkompass


Am Donnerstag, den 26.Juni 2025 jährt sich zum 70. Mal das Grubenunglück von Nordstern, das seinerzeit 14 Bergleuten das Leben kostete. Daran werden das Geschichtsforum Nordsternpark mit Initiator Reinhold Adam und dem Freundeskreis Nordstern um Ernst – Peter Bechtloff und Dieter Rogosch in einer Gedenkfeier auf den Horster Südfriedhof erinnern und anschließendem zum Imbiss und Umtrunk in den Gemeindesaal St. Laurentius, Zum Bauverein 32 einladen. Treffpunkt ist an den Tag um 15 Uhr am Haupttor des Südfriedhofes, in 45899 Gelsenkirchen – Horst, Am Schleusengraben 11. Am Ehrenmal des in ehrfurchtsvoller Haltung knienden Knappen werden die Nordsterner dann einen Kranz niederlegen und die Horster Geistlichkeit beider Konfessionen wird eine Andacht halten, während das Bergwerksorchester Consolidation der Gedenkveranstaltung den musikalischen Rahmen geben wird. Als Schirmherr konnte wieder Bezirksbürgermeister Joachim Gill gewonnen werden. Die Initiatoren hoffen, dass durch die Teilnahme zahlreicher Bürger der Gedenkveranstaltung einen würdigen Rahmen gegeben wird. „Für uns Bergleute sind die Worte wir werden euch nie vergessen keine leere Worthülse „betont Reinhold Adam, der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Horster Zeche und heutige Sprecher des Geschichtsforum und betonte das bei der Ehrung alle Bergleute mit einbezogen werden, die in Ausübung ihres Berufes ihr Leben ließen.   Das Unglück vor 70 Jahren ist auch vielen alten Horster noch deswegen in Erinnerung, weil sie auch als Horster Schulkinder die Straßen des Weges des Trauerzuges von Schacht 3 zum Friedhof Horst Süd säumten, da sie Schulfrei erhielten. Damals trug die ganze Stadt ein Trauerkleid, weiß Adam zu berichten. Die Explosion ereignete sich am 26.6.1955, einem Sonntag, gegen 10.45 Uhr, in Flöz G auf der 11. Sohle der Zeche Nordstern und kostete 14 Bergleute das Leben. An diesem Tage war die Belegschaft der Nachtschicht, die an sich erst am Abend dieses Tages hätte anfahren sollen, ausnahmsweise auf der Frühschicht angefahren. Diese Leute hatten nämlich die Aufgabe, jeweils in der Nachtschicht den Streb durch Abtun einer Anzahl von Schüssen in der Oberbank für die anschließende Förderschicht vorzubereiten; am Wochenende führten sie diese Arbeit aber nicht am Samstag, sondern erst am Sonntag aus. Für den 26.6. hatten sie bei ihrem zuständigen Fahrsteiger die Genehmigung eingeholt, am Sonntag in der Frühschicht anfahren zu können, da am Nachmittag das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft zwischen RW Essen und Kaiserslautern stattfand. Gleichzeitig hatte aber auch die Zechenverwaltung auf Antrag von dem zuständigen Bergamt die Genehmigung erhalten, den einen ihrer beiden Ventilatoren zum Zwecke von Reperaturarbeiten am Sonntag – Vormittag still setzen zu können. Das diese Genehmigung enthaltende Schreiben war am Freitag bei der Verwaltung eingegangen, aber nicht sofort in den Betrieb weitergeleitet worden; dort ist er erst am Montag, also einen Tag nach dem Unglück, eingetroffen. Der Tagesbetriebsführer hatte aber von dem Schreiben Kenntnis erhalten und dementsprechend am Sonntagmorgen um 7 Uhr den Ventilator still setzen lassen, heißt es in den alten Akten. Dem Fahrsteiger, der den Leuten die Erlaubnis zum Wechsel ihrer Schicht gegeben hatte, war hiervon nichts bekannt geworden. Als Auswirkung des Stillsetzens des Ventilators ging, wie bei einer Rekonstruktion dieser Sachlage nach der Explosion festgestellt wurde, die Wettermenge in dem Streb Flöz G auf etwa 60 – 70 m3/Min. herunter; die Wetter stagnierten dann und schlugen schließlich in ihrer Richtung um, d.h. sie zogen von unten nach oben.; der CH4 – Gehalt stieg dabei auf etwa 2% an. So dass es beim Schießen in der Kohle zu der folgenschweren Explosion kam und Teil der Stadtgeschichte beinhaltet.
Reinhold Adam dankt im Namen der Organisatoren ins besonders die vielen Sponsoren und Unterstützer, die zum zustande kommen der Veranstalter beigetragen haben und diese Veranstaltung möglich macht und er betont das eine Anmeldung zur Gedenkveranstaltung wegen der Bestellung für den Imbiss wünschenswert ist. Anmeldung und weitere Infos sind unter reinholdadsm@gmail oder 0178 9826985 möglich und erhältlich.
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