
Gelsenkirchen/Düsseldorf · Im Dezember 2025 erbeuteten Kriminelle bei einem spektakulären Einbruch bei einer Bank in Gelsenkirchen aus Tausenden Bankschließfächern eine Millionen-Beute. Wir erklären, worauf man bei der Anmietung eines Bankschließfachs achten muss.
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Ein großes Loch ist in der Wand des Tresorraums einer Sparkasse in Gelsenkirchen zu sehen. Einbrecher haben sich mit Hilfe eines großen Bohrers Zugang zum Tresorraum verschafft und die Bankschließfächer ausgeräumt. (Archiv)
Anonymität und wer Zugriff hat
Kosten für die Anmietung
Haftungsgrenze und Versicherungsschutz prüfen
Hausratsversicherung oder Zusatzversicherung
Nachweise unbedingt sichern
Was man im Schließfach lagern kann – und was nicht
Hohe Kosten bei Schlüsselverlust
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Bankfiliale in Gelsenkirchen, bei dem die Täter fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer aufgebrochen und ausgeräumt hatten, machen sich nun viele Bürger Sorgen: Muss für die Sicherheit der Werte im eigenen Schließfach noch irgendetwas getan werden? Auch wer Interesse an der Anmietung eines Fachs hat, fragt sich, worauf er dabei achten muss. Wir liefern das Wichtigste auf einen Blick.
Aufgebrachte Kunden vor Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen
Bankmitarbeiter wissen nichts über den genauen Inhalt des Fachs, es unterliegt dem Bankgeheimnis. Hinterlegt werden müssen zwingend Name des Anmietenden, Adresse und Geburtsdatum. Da die meisten Banken Schließfächer nur an die eigenen Kunden vermieten, haben sie in der Regel jedoch weitere Daten des Kunden vorliegen.
Wichtig ist zudem, dass die Anmietung eines Bankschließfachs seit 2021 dem Finanzamt gemeldet wird. Das Geldinstitut ist außerdem dazu verpflichtet, ein Schließfachregister zu führen. Hierbei wird auch festgehalten, wann und wie oft und wann ein Schließfach eingesehen wird. Behörden können auf diese Daten zugreifen, etwa im Pfändungsfall, bei dem Verdacht auf Steuerhinterziehung oder um zu ermitteln.
Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sich die Kosten für die Anmietung von Bank zu Bank unterscheiden, die Kosten sollten daher verglichen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die meisten Banken Schließfächer nur an Kunden vermieten, die bei ihnen auch ein Konto führen. Eine Kontoführungsgebühr sollte daher bei einem Kostenvergleich von Fremdbanken miteinbezogen werden.
Der gesetzliche Einlagenschutz von bis zu 100.000 Euro gilt nur für Konten, nicht für Bankschließfächer. Wichtig ist also, sich das Kleingedruckte im Vertrag zum Schließfach anzusehen:
Bei den meisten Geldinstituten ist im Mietpreis eine Versicherung enthalten. Ist dies der Fall, liegt die Haftungsgrenze jedoch häufig bei nur bis zu 10.000 Euro pro Schließfach.
Ist bei der Bank eine Versicherung für das Fach integriert, muss man prüfen, ob die Versicherungssumme im Schadensfall den Wert des Schließfachinhalts abdeckt. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich bei der Bank nach einer Wertanpassung im Versicherungsschutz erkundigen.
Auch wenn ins bestehende Fach weitere Wertgegenstände gelegt werden, sollte immer geprüft werden, ob der Versicherungsschutz noch ausreicht oder angepasst werden muss.
Ist keine Versicherung bei der Anmietung inkludiert oder übersteigt der Wert des Inhalts die Haftungsgrenze – und ist eine Wertanpassung nicht möglich oder zu teuer, ist die Prüfung der eigenen Hausratsversicherung sinnvoll: Es ist nämlich gegebenenfalls möglich, sie so zu erweitern, dass das Fach adäquat abgesichert ist. Aber Achtung: Manche Hausratversicherungen schließen Inhalte von Bankschließfächern aus. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, deshalb im Vertrag den Punkt „Außenversicherung“ zu prüfen.
Ist der Versicherungsschutz nicht gegeben oder nicht ausreichend und die eigene Hausratversicherung hat Bankschließfächer ausgeschlossen, ist der Abschluss einer (Zusatz-)Versicherung sinnvoll. Bei der prüft man die Kosten und die Höhe der Haftung.
Wird, wie etwa in Gelsenkirchen, der Inhalt ihres Schließfachs geraubt, muss man den Wert des Schließfachinhalts anhand von Quittungen, Fotos, Gutachten und Belegen nachweisen. Nachweise sollten deshalb an einem anderen, sicheren Ort verwahrt werden – man kann auch Fotos oder Kopien anfertigen, und diese zu Hause verwahren und sich zusätzlich selbst eine E-mail mit den Nachweisen in digitaler Form senden. Ohne diese Nachweise bleiben nur Zeugenaussagen zur Untermauerung – und eine Entschädigung im Schadensfall schwierig.
Geeignet für die Lagerung im Bankschließfach sind Schmuck, Edelmetalle, Testamente und Urkunden. Planen Sie, dort auch Bargeld zu lagern, müssen Sie vorher bei ihrer Bank nachfragen, ob dies erlaubt ist und im Fall eines Verlusts auch abgesichert ist.
In einem Bankschließfach dürfen keine Chemikalien, radioaktive Stoffe, Waffen oder Munition und natürlich auch keine Lebewesen gelagert werden.
Sollte man die Schlüssel zum Schließfach verlieren, haftet man dafür – und das kann teuer werden. Auch hier variieren die Kosten von Bank zu Bank. Wer immer mal wieder Schlüssel verlegt oder verliert, sollte bei hohen Kosten bei der eigenen Bank den Abschluss einer Zusatzversicherung prüfen.
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