Rund 200 Aktivisten dringen auf Uniper-Kraftwerksgelände in Gelsenkirchen ein – WAZ


Die Polizei war seit etwa 10.30 Uhr am Freitagvormittag (29. Mai) auf dem Uniper-Kraftwerksgelände und rund um die Glückaufstraße in Gelsenkirchen-Scholven im Groß-Einsatz. Über 250 Aktivistinnen und Aktivisten waren dort unrechtmäßig auf das Gelände eingedrungen. Erst nach Mitternacht, 0 Uhr, konnte der Einsatz beendet werden. Die Ermittlungen dauern an.
„Im Verlauf des Einsatzes leitete die Polizei dabei insgesamt 258 Strafverfahren ein, unter anderem wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Zudem wurden diverse Gegenstände unter anderem Pyrotechnik sichergestellt“, heißt es in einem Abschlussbericht der Polizei.
Zur Gewährleistung der Sicherheit sowohl der Beteiligten als auch unbeteiligter Personen war die Polizei mit einem starken Kräfteaufgebot am Freitag vor Ort. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Schutz der kritischen Infrastruktur, insbesondere des Kraftwerks Scholven, sowie auf der Abwehr möglicher Gefahren für die öffentliche Sicherheit.
Da es sich um eine nicht angemeldete Versammlung und ein unbefugtes Eindringen handelte, wurde laut der Ermittler derzeit geprüft, welche Verstöße und Straftaten vorliegen.
Die Aktion stand nach ersten Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Aktionstag rund um das Klimacamp in Hamm. Mehrere Hundert Klimaaktivisten protestierten am Freitag im Ruhrgebiet gegen den von der Bundesregierung geplanten Bau neuer Gaskraftwerke.
So blockierten in den frühen Morgenstunden zunächst über 100 Personen die Zufahrt zu einem Stahlwerk in Mülheim an der Ruhr, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Außerdem drangen ebenfalls in Mülheim rund 100 Personen auf das Gelände eines metallverarbeitenden Betriebs vor. Darüber hinaus nahmen nach Angaben der Polizei in Hamm etwa 500 Menschen an einem Demonstrationszug durch die Stadt teil.
Die Aktionen richteten sich den Angaben zufolge unter anderem gegen einen Hersteller von Gaspipelines und ein Rüstungsunternehmen. Die Aktionen finden parallel zu einem mehrtägigen „Klimacamp“ in Hamm statt, zu dem Campact, Greenpeace, Fridays for Future und der BUND eingeladen haben. Das Bündnis macht damit gegen die Pläne der Bundesregierung mobil, 20 neue Gaskraftwerke in Deutschland zu bauen.
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