Sondersitzung im Landtag: 230 Ermittler fahnden nach den Bankräubern – RP Online


Düsseldorf/Gelsenkirchen · Die Einbrecher sind nach dem Bankraub in Gelsenkirchen mit ihrer millionenschweren Beute weiter auf der Flucht. Was NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstagmorgen im Landtag zu dem Fall zu berichten hatte.
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Der Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchen sorgt bundesweit für Aufsehen.
Die Polizei fahndet nach dem Bankeinbruch in Gelsenkirchen mit massiven Kräften nach den Tätern. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Dienstag in einer von der SPD beantragten Sondersitzung des Innenausschusses, dass mittlerweile rund 230 Personen in der Ermittlungsgruppe BAO „Bohrer“ tätig seien, darunter auch Ermittler anderer Kreispolizeibehörden und Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA). „Wir haben alles möglich gemacht, was gebraucht wird – und werden das auch in Zukunft tun“, sagte Reul. Der Fall werde von der Polizei sehr ernst genommen.
Ende Dezember hatten sich noch unbekannte Einbrecher Zugang zur Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer verschafft, indem sie von einem Parkhaus aus ein Loch in den Tresorraum der Bank gebohrt hatten. Dort brachen sie rund 3200 Schließfächer auf und stahlen den Inhalt, darunter Geld, Schmuck und Gold. Die Täter sind weiter flüchtig. Wie hoch die Beute genau ist, kann bislang nur geschätzt werden. Eine erste Schätzung der Polizei ging von einem mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, inzwischen halten Ermittler aber auch einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich für realistisch.
Die Polizei geht davon aus, dass die Ermittlungen noch lange andauern werden. Allein rund 10.000 Stunden Videomaterial aus umliegenden Überwachungskameras wie Tankstellen müssten ausgewertet werden. Insgesamt seien das rund 8 Terabyte an Daten. Am Boden des Tresorraums hätten Schätzungen der Polizei zufolge rund 500.000 Gegenstände gelegen, die auf mögliche Spuren hin untersucht werden müssten.
Eine wichtige Frage, die zu klären sei, sei die nach dem ersten Alarm in der Bank, meinte Reul. Es gebe in dem Geldinstitut einen Überfall-Alarm, einen Einbruch-Alarm und einen Brand-Alarm. „Nur der Brand-Alarm hat angeschlagen. Warum? Keiner kann die Frage bis jetzt beantworten“, sagte Reul. Das sei in Anführungsstrichen bislang ein Rätsel, so der Minister.
Die aufgrund des ausgelösten Brand-Alarms ausgerückte Feuerwehr hat dann vor Ort aber nichts feststellen können, was auf ein Feuer oder Rauch hätte hindeuten können und ist von einem Fehlalarm ausgegangen. Auch ein Polizist sei laut Reul dabei gewesen, der die Situation genauso wie die Feuerwehr bewertet habe. Und der private Sicherheitsdienst des Geldinstituts hätte auch nichts Auffälliges festgestellt.
Experten spekulieren, dass die Täter möglicherweise Hilfe von einem Insider gehabt haben könnten. „Es gibt gegen keinen Insider irgendeinen Verdacht oder eine Ermittlung“, stellte Reul klar.
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