
Als Mahmut Köseoglu an diesem Morgen seinen Wagen startet, sind er und seine Kollegen Tuncay Uludasdemir und Jusuf Djedovic nicht allein auf der Reinigungstour durch ihr Revier Schalke.
Begleitet werden sie heute von Olaf Bier, SPD-Stadtverordneter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Rat und Sprecher im Betriebsausschusse Gelsendienste.
Ihr Auftrag: Grob gesagt, sollen sie alles, was an Müllansammlungen herumliegt, sammeln und entsorgen.
Sie sind Teil eines Pilotversuches, der zum vorletzten Haushaltsjahr von der SPD-Fraktion angeregt wurde. Dabei ging es darum, über die routinemäßige Reinigung hinaus zwei Trupps für Sonderreinigungen zunächst in Bulmke und eben in Schalke zu schaffen, die besonders verschmutzte Ecken gesondert reinigen.
Mittlerweile kennen sie die einschlägigen Ecken und so kommt der Trupp vom Start unter der Berliner Brücke keine 50 Meter weit bis der erste Müll auf der Ladefläche des Pritschenwagens landet. Dabei dürfen sie nicht alles mitnehmen, was nach Abfall aussieht.
Einkaufswagen zu Beispiel bleiben zurück, weil sie Eigentum der Supermärkte sind und diese ihre Wagen selbst wieder abholen. Das passiert allerdings nicht immer, lassen die Männer Olaf Bier auf Nachfrage wissen.
„Auch Müll, der auf privaten Grundstücken liegt, dürfen wir nicht mitnehmen,“ ergänzt Jusuf Djedovic.
Wenig entgeht den inzwischen gut geschulten Augen des Reinigungstrupps. Während sie die sieben Seiten lange Liste an gemeldeten Müllansammlungen abarbeiten, halten sie immer wieder an, um weggeworfene Dinge aus Gebüschen und von Straßenecken zu räumen.
„Mancher Müll bleibt auch liegen, aber nur so lange, bis sich andere Kolleg:innen wie etwa die Sperrmülltrupps darum kümmern,“ sagt Mahmut Köseoglu. „Dann entsteht oft der Eindruck, wir würden uns nicht darum kümmern, aber das ist nicht so.“
Jede Ansammlung wird gemeldet und registriert, wenn sie es nicht schon ist.
Der Trupp ist nun an der Schalker Straße/Ecke Grenzstraße angekommen, wo Christian Quick die Männer auf eine Müllansammlung ein paar Straßen weiter hinweist. Er ist viel mit dem Fahrrad unterwegs, kennt seinen Stadtteil gut und ihm fallen deshalb viele dieser Verunreinigungen auf.
Sein Hinweis wird aufgenommen und kommt auf die Liste.
Zuerst aber geht es jetzt zurück zum Betriebshof der Gelsendienste an der Wickingstraße, denn das Fahrzeug ist inzwischen gut beladen. Mahmut Köseoglu, Tuncay Uludasdemir und Jusuf Djedovic machen sich ans Müllsortieren und entsorgen den Müll in den vorgesehenen Containern. Der Restmüll wird in einen gesonderten Container abgekippt und es geht wieder zurück zum Treffpunkt unter der Berliner Brücke, wo neben der Schalker Stadtverordneten Silke Ossowski und Geschäftsführerin der SPD-Ratsfraktion, die heute den zweiten Reinigungstrupp begleitet hat, der zuständige Bereichsleiter Ingo Dolkowski und Sebastian Kozia warten.
Schon zu Beginn der Tour haben sie und der zuständige Dezernent Simon Nowack einige grundlegende Zahlen zur Stadtreinigung erläutert. Neues Problem bei der Reinigung sind die vermehrt wild entsorgten leeren Lachgaskartuschen, die vielfach in großen Mengen neben den Müllbergen zu finden sind und extra entsorgt werden müssen, da die Behälter unter Druck stehen. Silke Ossowski: „Hier würde eine Rückgabeverpflichtung bzw. ein grundsätzliches Verbot vom Lachgasverkauf definitiv helfen!“
„Im Stadtgebiet sind jeden Tag zwischen 25 und 30 Fahrzeugen unterwegs, die allein für die Stadtreinigung zuständig sind“ bemerkt Olaf Bier.
„Die Rundfahrt hat gezeigt, dass wir in jedem Fall den Einsatz der Sonderreinigungstrupps ausdehnen sollten. Aber wir haben auch gesehen, dass es oft an Dingen wie langen Lieferzeiten für die Fahrzeuge scheitert. Da muss es andere Lösungen geben. In jedem Fall bleibt das Thema bei uns auf dem Schirm und wir wollen diese Lösungen schnellstmöglich,“ ergänzte Silke Ossowski abschließend.
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