Trauerstätte am Gelsenkirchener Hauptbahnhof: „Vorfall hat mich tief getroffen“ – WAZ


In der Vorwoche hatten wir an dieser Stelle über die Gedenkstätte berichtet, die plötzlich am Haupteingang des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs aufgetaucht ist. Anlass dafür: der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters, der in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast ohne Ticket totgeprügelt worden war. Da dem Begleitschreiben, das dort in einem Bilderrahmen hinterlassen worden war, der Unterzeichner fehlte, konnten wir über den Ideengeber nur spekulieren. Unsere nahe liegende Vermutung lautete: Das müssen Kolleginnen und Kollegen des Getöteten von der Deutschen Bahn gewesen sein.
Nun hat sich nämlich der tatsächliche Urheber zu Wort gemeldet. Er heißt Ivan Wiosna und ist 33 Jahre alt. Seine Unterschrift habe er nicht absichtlich weggelassen, sondern „einfach nur vergessen“. Bei der Bahn arbeite er nicht, sondern engagiere sich beruflich als Rettungssanitäter in Oberhausen. Dorthin reist er täglich als Pendler mit dem Zug vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof aus. Mit der Gedenkstätte wollte er ein sichtbares Zeichen gegen die im Alltag zunehmende Gewalt setzen. „Der Vorfall hat mich erschüttert und tief getroffen“, erklärte Wiosna im Telefonat mit der Redaktion.
Wie sehr die Sitten in diesen aufgewühlten Zeiten tatsächlich verroht sind, habe ein weiteres Detail gezeigt, berichtet Wiosna: Der Strauß mit den gelben Rosen, den er an seiner Trauerstätte zu den drei Grablichtern gelegt hatte, war nach drei Tagen von einem Unbekannten gestohlen worden…
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