Trauerstätte für erschlagenen Bahn-Mitarbeiter vor Gelsenkirchener Hauptbahnhof – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Vor dem Eingang zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof standen am Donnerstag drei Grablichter und ein schwarzer Bilderrahmen. Direkt daneben lag noch ein Bund gelber Rosen auf dem Asphalt. Wer diesen Ort der Trauer eingerichtet hatte, ließ sich nicht sofort erkennen. Dem Schreiben, das dort hinter Glas zu lesen war, fehlte nämlich ein Unterzeichner. Wer sich die Zeilen dann durchlas, der kam aber schnell zu dem Schluss, dass es Bedienstete der Deutschen Bahn gewesen sein müssen, die hier ein Zeichen setzen wollten. Ein Zeichen für ihren erschlagenen Kollegen.
Am vergangenen Montag ist Serkan C. totgeprügelt worden – während seiner Arbeit als Zugbegleiter in einem Regionalexpress, der in der Nähe von Kaiserslautern unterwegs war. Täter war ein 26-jähriger Fahrgast ohne Ticket, der des Zuges verwiesen werden sollte und im folgenden Gewaltexzess das Leben des alleinerziehenden Vaters zweier Söhne (11 und 13) auslöschte. Welch unverzeihliche Wahnsinnstat!
Zu den Botschaften, die die Gelsenkirchener Kolleginnen und Kollegen in der Öffentlichkeit platzierten, gehörten auch diese Zeilen: „Diese Kerzen stehen für unsere Trauer, unsere Wut und unser Mitgefühl mit seiner Familie. Wir werden ihn nicht vergessen.“
Und das Schreiben endet mit einer Botschaft, die sich alle Zugehörigen unserer aufgeheizten und zunehmend polarisierten Gesellschaft hinter die Ohren schreiben sollten: „Sein Schicksal erinnert uns daran, wie wichtig Respekt, Menschlichkeit und Sicherheit im Alltag sind. Niemand sollte Angst haben müssen, nur weil er seiner Arbeit nachgeht. Mögen diese Lichter ein Zeichen sein: gegen Gewalt, gegen Hass und für ein friedliches Miteinander.“
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