
Gelsenkirchen. Eine Sprechstunde der etwas anderen Art: In Gelsenkirchen sollen sich Erwachsene mit ihren „rassistischen Gedanken“ auseinandersetzen.
Im Rahmen der Antirassismuswochen, an denen die Stadt Gelsenkirchen zum fünften Mal teilnimmt, bietet die Evangelische Erwachsenenbildung Gelsenkirchen und Wattenscheid einen neuen Kurs an, zu dem sich bislang allerdings noch niemand angemeldet hat.
In „Sprechstunden“ sollen sich Interessierte „in kreativer Form mit ihren eigenen rassistischen Gedanken und Empfindungen auseinandersetzen“, erklärt Heidi Wiesner, Sozialarbeiterin des Kirchenkreises.
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Manchmal ertappe man sich dabei, rassistische Gedanken zu haben. Das sei einem unangenehm, aber man wisse nicht, was man dagegen tun soll, umreißt Wiesner die Idee hinter dem Kurs, der von einer Antidiskriminierungstrainerin durchgeführt werden soll.
„Es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Jeder hat diese Gedanken manchmal“, sagt Wiesner und nennt ein Beispiel, wie es auch in Rollenspielen im Kurs „behandelt“ werden könnte, ohne, dass die Organisatoren „eine vollständige Heilung garantieren können“. So solle man sich beispielsweise hinterfragen, ob man in der Schlange an einer Supermarktkasse nicht auch schon mal abfällig über andere Menschen gedacht hat und dann darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht eher ein „dominantes männliches Gehabe“ ist, welches einen stört, und nicht die augenscheinliche Herkunft der Person. „In so einer Situation kann es schon helfen, sich selbst zu reflekrieren und einfach mal nett zu lächeln“, so Wiesner.
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„Kommen Sie in die Rassismus-Sprechstunde und gehen Sie dort Ihren eigenen feindseligen Vorurteilen auf den Grund. Gemeinsam erforschen wir, woher diese Gedanken kommen, warum sie menschlich sind und wie man verantwortungsvoll im Alltag mit ihnen umgeht“, heißt es dazu in der Kurzbeschreibung. Die Sprechstunde steigere die Chancen auf einen reflektierten Umgang, um aus Vorurteilen und rassistischen Gedanken keine Diskriminierung entstehen zu lassen.
Der Kurs richtet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die offen sind, sich in Gesprächen, Übungen und Rollenspielen aktiv „mit ihrem eigenen Alltags-Rassismus auseinanderzusetzen“.
Anmelden können sich Interessierte noch bis Freitag, 7. März, 15 Uhr. Der Kurs startet am Donnerstag, 13. März um 18 Uhr, umfasst vier Termine und kostet 32,00 Euro. Kursort ist das Gemeindehaus an der Robert-Koch-Straße 3a.
Nähere Informationen und Anmeldung unter (0209) 589007-130.
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