Wolf streift durch Buer: Polizei bestätigt Sichtung an dieser Stelle – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Es war eine Begegnung der ganz besonderen Art, von der ein Leser berichtet: „Ich bin in Buer vom Ostring in die Westerholter Straße Richtung Westerholt abgebogen – da stand er auf einmal vor mir, ganz ruhig, im Scheinwerferlicht des Autos gut zu erkennen.“ Der Mann, der in der Redaktion anrief, um von seinem Erlebnis zu erzählen, ist sich sicher: „Das war ein Wolf.“
Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, gegen 22.25 Uhr. Der Westerholter war auf dem Heimweg, auf den Straßen war nicht viel los. Offenbar sei das Tier, das er gesehen habe, aus dem Westerholter Wald gekommen und auf die Straße getreten, nur wenige Meter hinter der Kreuzung. Dass es sich dabei nicht um einen großen Hund, sondern tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe, da ist sich der Mann sicher. „Ich bin selbst Jäger – und die Zeit, die er da recht unbeeindruckt auf der Straße stand, reicht aus, um ihn als Wolf zu identifizieren.“
In der Tat ist die Beschreibung, die der Mann aus Westerholt liefert, ziemlich präzise. „Die Rückenlänge lag ungefähr bei 1,50 Meter, der Schwanz war wie bei Wölfen typisch gerade nach unten gerichtet. Das Fell hatte eine Maserung, auch das Gesicht war wolfstypisch gefärbt.“ Mitten auf der Straße habe das Tier gestanden und zunächst keine Anstalten gezeigt, zu fliehen. „Er wirkte stark und edel, wie er da stand, wie der Herr der Straße.“ Als der Mann nach seiner Kamera griff, um den Wolf zu fotografieren, sei dieser aber dann im Wald verschwunden.
Die Gelsenkirchener Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass es bereits am Sonntagvormittag zu einer weiteren Sichtung gekommen sei, und zwar auf der Ressestraße, die ja auch am Westerholter Wald vorbei führt und in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung Westerholter Straße/Nordring liegt. „Wir waren dort im Einsatz“, bestätigte Polizeisprecher Kevin Bojahr. Eine Frau habe einen Wolf gesehen und diesen auch auf Video aufgenommen: Der Film bestätige laut Polizei den Eindruck, dass es sich dabei um einen Wolf gehandelt habe.
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Im Allgemeinen seien Wölfe scheue Tiere und würden Begegnungen mit Menschen meiden, teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in NRW mit. „Sollte man trotzdem einem Wolf im Wald begegnen, sollte man keinesfalls weglaufen, sondern stehen bleiben und beobachten“, heißt es auf der Internetseite des Nabu. „Wer sich unwohl fühlt, kann einen Wolf leicht vertreiben, indem er ihn laut anspricht, in die Hände klatscht oder mit den Armen winkt.“ Hunde sollten an der Leine gehalten werden. Wenn man einen Wolf sieht, sollte man umgehend die Behörden verständigen.
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