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Kongress #igbce25
Seit Monaten hängen sie in der Luft – tausende Beschäftigte der Ruhr Oel GmbH und des Sabic-Standorts Gelsenkirchen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und nicht wissen, was morgen kommt. Wer übernimmt die Betriebe? Was passiert mit den Tarifverträgen? Bleibt mein Arbeitsplatz erhalten? Diese Fragen treiben die Belegschaften um. Und sie sind berechtigt.
Die Verkaufsprozesse bei BP Gelsenkirchen und Sabic sind mehr als Transaktionen zwischen Konzernen. Sie entscheiden über die Zukunft von tausenden direkt Beschäftigten – und über die Existenz vieler weiterer Menschen, deren Arbeit mittelbar von diesen Standorten abhängt. Denn die Ruhr Oel GmbH und der Sabic-Standort Gelsenkirchen sind keine gewöhnlichen Betriebe. Sie sind das industrielle Herz des Ruhrgebiets – Verbundstandorte, die Wertschöpfungsketten sichern, Kaufkraft in die Region bringen und seit Jahrzehnten für stabile, gut bezahlte Arbeitsplätze stehen. „Die Raffinerie-Standorte sind von herausragender Bedeutung für die Verbundindustrie – vom Norden Gelsenkirchens bis nach Marl“, sagt Darko Manojlovic, Betriebsratsvorsitzender der Ruhr Oel GmbH. Er weiß, wovon er spricht. Er sieht täglich, was auf dem Spiel steht – nicht in Bilanzen und Tabellen, sondern in den Gesichtern der Kolleginnen und Kollegen.
Auch am Sabic-Standort ist die Lage ernst. Über 300 Beschäftigte sollen im Zuge des geplanten Verkaufs an AEQUITA in eine neue Eigentümerstruktur übergehen. Matthias Scheer, Betriebsratsvorsitzender bei Sabic Gelsenkirchen, macht unmissverständlich klar, worauf es ankommt: „Die Sicherung der Arbeitsplätze und die Fortführung der bestehenden tariflichen Regelungen stehen für uns an erster Stelle. Die hier produzierten Kunststoffe – Polyethylen und Polypropylen – sind zentrale Grundstoffe für zahlreiche Industriezweige. Sie finden sich in Alltags- und Industrieprodukten wieder und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Gerade deshalb brauchen wir einen neuen Eigentümer, der die strategische Rolle dieses Standorts anerkennt und langfristige Perspektiven schafft.“
Genau deshalb hat die IGBCE beide Prozesse von Beginn an aufmerksam begleitet. Beim Regionalforum Gelsenkirchen am 13. Februar 2026 war das Thema klar: Arbeitsplätze sichern, Tarifverträge erhalten, Zukunft gestalten. Keine leeren Worte – sondern ein klares Bekenntnis der Gewerkschaft zu den Menschen, die diese Standorte täglich am Laufen halten. Thomas Steinberg, Bezirksleiter der IGBCE Gelsenkirchen, richtet eine klare Botschaft an beide neuen Eigentümer: „Ob BP Gelsenkirchen oder Sabic – wir erwarten ein klares Bekenntnis zu den Standorten, den Beschäftigten und den bestehenden Tarifverträgen. Alle tariflichen Leistungen müssen uneingeschränkt erhalten bleiben, soziale Standards gewahrt und Ausbildung langfristig gesichert werden. Die IGBCE wird diesen Prozess konstruktiv, aber wachsam begleiten – im Interesse der Beschäftigten und der gesamten Region.“
Eigentümerwechsel können auch Chancen bieten – neue Impulse, Investitionen, Effizienz. Aber all das funktioniert nur, wenn die Belegschaft mitgenommen wird. Denn die Beschäftigten sind das Fundament, auf dem diese Standorte stehen. Ihr Know-how, ihre Erfahrung, ihre Kompetenz – das lässt sich nicht einfach ersetzen. Die IGBCE wird nicht lockerlassen. Das Ziel bleibt klar: Sichere Arbeitsplätze, starke Industriestandorte und eine gute industrielle Zukunft für die Region.
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