Zwei Jahre nach Fankrawallen: Polizei ermittelt viele Täter – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Gelsenkirchen. Im Mai 2023 randalierten Fußballfans in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Jetzt konnten zahlreiche Täter anhand von Bildern gefunden werden.
Vor zwei Jahren spielte der FC Schalke noch in der Bundesliga: Am vorletzten Spieltag der Saison 2022/23 kam es in der Gelsenkirchener Veltins-Arena bei der Partie gegen Eintracht Frankfurt zu hässlichen Szenen. Fans beider Mannschaften gerieten aneinander und griffen auch Polizisten an. Zwei Jahre später beschäftigt das Spiel die Polizei immer noch: Viele der damals Beteiligten konnten ermittelt werden.
Kurz nach dem Spiel war es am 20. Mai 2023 zu einer Massenschlägerei gekommen, die zunächst von einem Teil der Frankfurter Anhängerschaft ausging. Die Fans aus Hessen hatten in der Veltins-Arena die Absperrungen der Gäste-Blöcke V und W überstiegen und auf Fans des Heimvereins eingeschlagen. In der Folge kam es zu Ausschreitungen zwischen Teilen der Fan-Szenen beider Vereine und auch zu massiven Angriffen gegen die einschreitende Polizei.
„Durch die eingesetzte Ermittlungskommission der Polizei Gelsenkirchen konnten, auch in enger Zusammenarbeit mit der Frankfurter Polizei, insgesamt 213 Ermittlungsverfahren eingeleitet werden“, teilte jetzt ein Sprecher der Gelsenkirchener Polizei mit. Dazu hätten die Beamten unter anderem zahlreiche Gigabyte an Videodaten ausgewertet. Knapp ein Jahr nach dem Spiel, Ende April 2024, wandte sich die Polizei dann an die Öffentlichkeit, suchte mit veröffentlichten Fotos nach Tatverdächtigen. Im Rahmen dieser Aktion konnten laut Polizeiangaben von 27 unbekannten Tatverdächtigen der Frankfurter Anhängerschaft 20 Personen identifiziert werden. Von den 42 unbekannten Tatverdächtigen der Schalker Anhängerschaft konnten 31 Personen ermittelt werden.
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„Insgesamt haben die Beamten somit 195 Personen namentlich als tatverdächtig ermittelt“, so der Gelsenkirchener Polizeisprecher. Die entsprechenden Verfahren wurden und werden Zug um Zug der Staatsanwaltschaft Essen übersandt. Mittlerweile sind annähernd drei Dutzend Verfahren rechtskräftig durch das zuständige Amtsgericht Gelsenkirchen abgeschlossen worden. Darüber hinaus finden in einigen erstinstanzlich beendeten Verfahren erste Berufungsprozesse statt.
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Für Gelsenkirchens Polizeipräsident Tim Frommeyer ein Erfolg: „Auch wer sich im Schutze der Masse wähnt und dann im Fußballstadion Straftaten begeht, bekommt im Ergebnis durch einen langen Atem und intensive Ermittlungen den Rechtsstaat zu spüren“, so Frommeyer. „Der Besuch eines Fußballstadions muss für alle Menschen ein schönes und sicheres Erlebnis bleiben und darf niemals zur Bühne für Chaoten und Straftäter werden.“
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