Blaues Rauschen: Neue Klangkosmen entdecken zwischen Material und Chemie – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Das Festival Blaues Rauschen ist so experimentell, avantgardistisch und künstlerisch ambitioniert, dabei oft auch so rhythmisch mitreißend, dass man es spontan in New York verorten möchte, in Tokio oder allenfalls noch in Berlin. Eben an Orten, bei denen man sofort an einen sprühenden, mutigen Underground denkt, in dem elektronische Klänge, Performances und Installationen voll erblühen können – gemacht für ein Publikum, das genau dies zu würdigen weiß. Aber in den kommenden zwei Wochen sollten eben diese Menschen ihren Blick richten auf Essen, Bochum, Dortmund, auf Gelsenkirchen, Herne, Duisburg und Mülheim. Denn seit mittlerweile neun Jahren stellt der künstlerische Leiter Karl-Heinz Blomann ein Programm zusammen, das die Besucher staunen lässt. Sie können eintauchen in Klangkosmen, die sie so noch nie erlebt haben.
Den Anfang macht am Freitag, 29. Mai, ein Abend in der „Szene 10“ in Essen. Dort performt Başak Günak, auch bekannt als Ah! Kosmos, zum Auftakt ihr elektronisches Ambient-Stück „Rewilding“, das eher wie ein Gang durch einen organischen Klangwald wirkt. Später an diesem Abend wird Christian Rosales Fonseca seine Klang-Video-Installation „Ezuakakne“ aufführen. Zum Abschluss wird es rhythmisch und tänzerisch, wenn die Rotterdamer Klangkünstlerin Nadia Struiwigh live ihr Set „Iakigai“ mixt.
In diesem Jahr geht es verstärkt um das Verschmelzen von Digital und Analog, von Körperlichkeit und Klang. Mit im Angebot ist etwa am 30. Mai um 16 Uhr im Storylab Kiu im Dortmunder U der sogenannte Lecture-Talk, bei dem es um materielle und chemische Prozesse der Klangentstehung geht.
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Bei einigen der Veranstaltungen ist der Eintritt frei, so etwa am 7. Juni im Bochumer Anneliese-Brost-Musikforum Ruhr, wo ab 18 Uhr gamut inc, Benoît and the Mandelbrots und Navid Navab spielen.
Insgesamt rückt das Blaue Rauschen in diesem Jahr 30 Künstlerinnen und Künstler in den Fokus, von denen jeder eine Entdeckung für sich ist. Unter den zwölf Spielorten befinden sich auch kleine Locations wie das Makroscope in Mülheim oder das „Hier ist nicht da“ in Gelsenkirchen. Und einen Spielort außerhalb des Ruhrgebiets gibt es auch: Im Park der Sinne im niederrheinischen Kaarst wird am 4. Juni, um 16 Uhr, das Klangkunstprojekt „cycle and recycle“ zu erleben sein. Es wird allerdings auch am 9. Juni um 19 Uhr im „Hier ist nicht da“ ein zweites Mal fürs Publikum zu hören und zu sehen sein.
Freitag 29. Mai – Szene 10 Essen
20:00 Ah! Kosmos – „Rewilding“
20:45 Christian Rosales Fonseca – „Ezuakakne“
21:30 Nadia Struiwigh – „Ikigai“
Samstag 30. Mai – Storylab Kiu Dortmund
16:00 Lecture Talk – „Chemical Calls of Care II“
20:00 Yolanda Uriz Elizalde – „Transitory Presences“
20:45 Hye Young Sin – „Housewarming II“
21:30 TinTin Patrone – „This is Sparta“
Mittwoch 03. Juni – Alter Wartesaal Bahnhof Herne
20:00 Robin Moedder x Thomas Machoczek – „Amplitude H2O“
20:45 Farzaneh Nouri – „Live Human-Computer Improvisation“
21:30 Molly Joyce – „State Change“
Donnerstag 04. Juni – Park der Sinne / Kulturhof Kaarst
Satellite Event
19:00 cycle and recycle – Sound Art Project
Freitag 05. Juni – Rabbit Hole Theater¹
20:00 SunJeong Hwang¹ – „Somatocene: Telluric Flesh“
20:45 Stephanie Castonguay² – „soft_cuts“
21:30 Nkisi¹ – „Anomaly Index“ / Neue Musik Zentrale² Essen
Samstag 06. Juni – Makroscope Mülheim an der Ruhr
20:00 Steffi Weismann – „Generation S“
20:45 Lisa L. Zwinscher x Neasa Ní Bhriain – „Introducing Pony~“
21:30 Dana Schechter x Monocube – „Blue Ocean/Black Sea“
Sonntag 07. Juni – Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum (Eintritt frei)
18:00 gamut inc – „Black Square“
19:00 Benoît and the Mandelbrots – „Live Coding Improvisation“
20:00 Navid Navab – „Organism: In Turbulence“
Dienstag 09. Juni – Hier ist nicht da Gelsenkirchen
Satellite Event
19:00 cycle and recycle – Sound Art Project
Mittwoch 10. Juni – Ada (Grillo-Theater) Essen
20:00 burgund t brandt – „Between Distances“
20:45 Xiao Fu x Andzejus Voroneckis – „Fluidity“
21:30 Ignaz Schick – „Rotary Perceptions for turntables“
Donnerstag 11. Juni – Lokal Harmonie Duisburg
20:00 Verena Hentschel – „Schwellenzustand“
20:45 Andrea Ermke x Annette Krebs – „Fieldrecordings, Mini Disks and Konstruktion#4“
21:30 Innode – „Grain“
Freitag 12. Juni – Domicil Dortmund
20:00 Merche Blasco – „Fauna“
20:45 Thomas Lehn x Georg Gräwe – „Key Commands“
21:30 Robert Lippok – „Material“
Blaues Rauschen Festival 2026, 29.5.-12.6., Essen, Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Herne, Duisburg, Mülheim und Kaarst. Alle Infos zu Künstlern, Spielorten, Eintrittspreisen und Zeiten gibt es auf www.blauesrauschen.de
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