CSD-Termine in NRW: Das sind die Termine aller Demonstrationen – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


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NRW. Von Gelsenkirchen bis Remscheid: Alle Termine, Routen und Highlights der Pride-Saison 2025. Und was hinter dem CSD eigentlich steckt.
Der Sommer in NRW ist traditionell bunt. Seit vielen Jahren finden nun CSDs im Westen statt. Auch in diesem Jahr werden Millionen Menschen auf den zahlreichen Demonstrationen in NRW erwartet. Wir haben für Sie eine Übersicht über alle Termine, die Historie und alles Wissenswerte zum Christopher-Street-Day in NRW zusammengestellt.
In Nordrhein-Westfalen startet die CSD-Saison im Mai in Gelsenkirchen und endet mit dem CSD in Remscheid im September. Manche Termine liegen parallel zu anderen CSDs in Deutschland, wie Essen und Hamburg oder Duisburg, Siegen und Berlin. Meist beginnen die Demonstrationen um die Mittagszeit herum, eine Ausnahme bildet hier Wuppertal. Dort startet die Demonstration erst um 19 Uhr. Hier sind alle NRW-Termine im Überblick:
Der CSD in Gelsenkirchen hätte 2025 zum sechsten Mal stattgefunden. Unter dem Motto „Gesellschaft ist, was wir daraus machen“ war eine Demonstration in der Gelsenkirchener Innenstadt angekündigt. Diese musste jedoch kurzfristig aufgrund einer Drohung abgesagt werden.
2025 findet zum fünften Mal ein CSD in Herne statt. Im vergangenen Jahr startete die Demo auf dem Europaplatz und machte vor dem Rathaus halt zu einer Zwischenkundgebung. Das Ende fand die Demo etwa drei Stunden nach Start wieder auf dem Europaplatz, so die Veranstalter.
Die Pride in der Landeshauptstadt startet in der Nähe des Bahnhof und zieht von dort mehrfach über die Königsallee bis zum Rheinufer. Dort ist ein großes Straßenfest mit mehreren Bühnen, Musik und Talks aufgebaut. Außerdem präsentieren sich örtliche Vereine und Verbände aus der Community.
Jedes Jahr kommen Millionen Besucher in die Domstadt, um sich die Demonstration anzugucken. Wer daran schon einmal teilgenommen hat, weiß, dass je nach Startplatz einige Stunden vergehen können, bis man sich von Deutz aus in Bewegung setzt. So lang ist die Demonstration mit rund 60.000 Teilnehmenden. Die Route führt über die Deutzer Brücke, durch die Altstadt, die Schildergasse entlang, am Friesenplatz vorbei Richtung Dom und Hauptbahnhof.
Die Demo in Olpe beginnt am Dornseifer Frischemarkt und läuft dann die Martinstraße bis zum Bahnhof hinab. Von dort geht es den Berg wieder hoch auf die Winterbergstraße und die Westfälische Straße runter zum Marktplatz, wo es ein kleines Straßenfest geben wird.
Seit 2016 veranstaltet der DUPride e.V. den CSD in Duisburg. Traditionell beginnt die Demonstration mit dem Hissen der Regenbogenflaggen am Rathaus durch den Oberbürgermeister. Von dort führt die Demoroute durch die Innenstadt über Plessingstraße, Düsseldorfer Straße und Königstraße zum König-Heinrich-Platz, wo auch ein Straßenfest stattfinden wird.
Der nach eigenen Angaben größte CSD im Ruhrgebiet zieht jedes Jahr vom Messeparkplatz P2 durch Rüttenscheid in die Essener Innenstadt. Auf dem Kennedyplatz wird eine Bühne aufgebaut und mit Musik und Tanz ein Straßenfest gefeiert, auf dem sich auch, wie in vielen anderen Städten, Vereine und Verbände vorstellen.
Seit 1998 veranstaltet der Verein SLADO e.V. den CSD in Dortmund. Los geht die Demonstration am Nordeingang des Hauptbahnhofes und zieht dann vorbei am Dortmunder U bis zum Fußballmuseum, wo eine Zwischenkundgebung abgehalten wird. Von dort geht es weiter bis zum Friedensplatz, wo ein Straßenfest stattfindet.
Im vergangenen Jahr musste der CSD in Bochum aufgrund des AfD-Parteitages in der Essener Grugahalle kurzfristig ausfallen. Die Demonstration lief in den vergangenen Jahren über die Universitätsstraße aus der Innenstadt hinaus zum Schauspielhaus und über die Viktoriastraße zurück bis zum Dr.-Ruer-Platz.
„Immer am zweiten Samstag im September“, heißt es auf der Instagramseite des CSD Wuppertal, findet ebendieser statt. Als einziger CSD in NRW startet der Wuppertaler erst am Abend.
Noch keinen Termin bekanntgegeben hat der CSD Waltrop. (Stand 12. Juni 2025)
Viele CSDs haben neben der bekannten Demonstration auch ein vielfältiges Straßenfest. Das wohl bekannteste ist die Cologne Pride in Köln. Jedes Jahr kommen dort Millionen Menschen zusammen und feiern die Liebe. Auf der großen Mainstage treten auch Musikgrößen der queeren Community, wie Conchita Wurst oder Nemo auf, aber auch Tokio Hotel gaben sich bereits die Ehre.
Neben dem Bühnenprogramm präsentieren sich verschiedene Vereine, Organisationen und Parteien auf dem Straßenfest. Darunter sind häufig der Lesben- und Schwulenverband, die örtliche Aidshilfe, die oft auch am CSD selbst beteiligt ist, Gewerkschaften, und auch Fetisch-Vereine.
Kurzgesagt: ja. Der Christopher Street Day, auch Pride genannt, ist im Kern eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben sowie Transpersonen, sowie die Gleichberechtigung aller queeren Menschen. Ihren Ursprung findet die gesamte CSD-Bewegung weltweit in den Stonewall-Aufständen am 28. Juni 1969 in New York.
Häufig lesen sich auf vielen CSD-Demos daher auch Schilder mit der Aufschrift „Stonewall was a riot“, zu Deutsch: „Stonewall war ein Aufstand“. Das Queere Netzwerk NRW schreibt auf seiner Webseite „Anders und Gleich“ (aug.nrw) dazu: „Am 28. Juni 1969 setzten sich trans*Personen, Schwule und Lesben gegen eine Razzia der Polizei im Szene-Lokal ‚Stonewall Inn‘ in der New Yorker Christopher Street zur Wehr. Lange hatten sie die brutale Polizeiwillkür ertragen – an diesem 28. Juni verbarrikadierten sie sich im ‚Stonewall Inn‘ und sperrten die Ordnungskräfte aus. Der mutige und spektakuläre Aufstand gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und trans*Personen ging um die Welt und machte die Christopher Street berühmt.“
„In den meisten Teilen der Welt wurden Homosexuelle systematisch unterdrückt, diskriminiert und oftmals als abnormal, psychisch krank oder gar als Straftäter abgestempelt“, sagt Chris Käding, zweiter Vorsitzender des Puppy & Friends NRW e. V. Der Verein hat sich Aufklärungsarbeit rund um Fetische auf die Fahnen geschrieben und ist auf vielen CSDs in NRW aktiv.
Dieser Aufstand im Stonewall Inn wird daher international als Beginn der CSD-Bewegung gesehen. Der Begriff Christopher Street Day wird heute übrigens so nur in Deutschland genutzt. International geläufiger ist der Begriff „Pride“.
Der größte CSD in NRW ist zugleich der größte in ganz Deutschland: Köln. Nach eigenen Angaben ist die Cologne Pride sogar die größte ihrer Art in Europa. 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen alleine 2024 in der Rheinmetropole zusammen, um für die Liebe zu demonstrieren. 250 Gruppen und rund 60.000 Teilnehmende haben eine lange Parade durch die Kölner Innenstadt gebildet.
Hierzu sagt Chris Käding, dass sich bereits vor Ausbruch des Stonewall Aufstandes Transpersonen, Sexarbeiter, People of Color, Dragqueens und -kings sowie die Lederszene für sichere Räume für die queere Community eingesetzt haben. „Wenn man sich mit der Geschichte des Pride auseinandersetzt, wird man feststellen, dass Fetischisten bereits seit Jahrzehnten für die Rechte von queeren Menschen und für Freiheit im Allgemeinen einstehen und eingestanden sind“, sagt er.
Dem zweiten Vorsitzenden zufolge sei Fetisch aus Sicht des Vereins ein unzertrennlicher Teil von Pride-Paraden und das nicht erst seit Kurzem: „Nicht allein aus der Geschichte, sondern vor allem aus der Idee und des eigentlichen Selbstverständnisses der Bewegung gehören Fetische dazu.“
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Häufig wurde in der Vergangenheit jedoch über Fetische auf dem CSD diskutiert. Oftmals wurde gerade dem Petplay, der Verein Puppy & Friends NRW e. V. besteht zum größten Teil aus Mitgliedern dieser Fetisch-Community, fehlende Eignung für Kinder vorgeworfen. Von einem Bochumer Verein wurde ein Verbot von Fetischen, insbesondere dem des Pupplays auf CSD, öffentlich auf Facebook gefordert.
Hierzu positioniert sich der Fetisch-Verein deutlich: „Ein CSD kann aus unserer Sicht kein reines Familienfest sein. Besucher müssen damit rechnen, dass auf einem CSD, im Rahmen geltender Gesetze, auch Menschen ihre Identitäten zeigen, die vielleicht nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen“, sagt der zweite Vorsitzende.
Ihm zufolge werde Fetisch oftmals fälschlicherweise allein auf die sexuelle Handlung reduziert. „Fetisch ist ein Teil der sexuellen Identität, aber auch Ausdruck einer Lebensweise“, sagt Käding. „Unser Verständnis ist, dass der Teil des Fetisches, der nicht das offensichtliche Ausleben sexueller Praktiken darstellt, auch in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann, und muss. Wir treten hier auch für unsere Rechte ein. Eine Ausgrenzung von Teilnehmer*innen aufgrund von Kleidungsstilen, oder der eigenen Identität widerspricht dem Gedanken und Ursprüngen des CSD und führt zu einer Abkehr der bereits hart erreichten Ziele.“
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