
Er war der erste Generalmusikdirektor (GMD) der Neuen Philharmonie Westfalen (NPW) und neben seiner Tätigkeit im Ruhrgebiet hat er sich weltweit als Dirigent einen Namen gemacht: Johannes Wildner feiert am 5. März seinen 70. Geburtstag. In seiner Würdigung beschrieb ihn NPW-Sprecher Mark Mefsut als „eine der prägenden musikalischen Persönlichkeiten der Region“.
Wildner hatte als Gründungs-GMD das Orchester seit 1997 maßgeblich geprägt und dessen künstlerische Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Der aus Österreich stammende Dirigent habe die Leitung des Klangkörpers in einer Phase des Aufbruchs übernommen, betonte Mefsut. Und dank seiner großen gestalterischen Energie, einer klaren künstlerischen Vision und jeder Menge internationaler Erfahrung habe Wildner die NPW „rasch in ein leistungsstarkes, vielseitiges Ensemble verwandelt, das sowohl im Konzertbereich als auch im Musiktheater überzeugte und ein breites Publikum erreichte“.
Zu Wildners großen Verdiensten gehöre aber auch, dass er neben Konzertzyklen mit Beethoven-, Bruckner- oder Mahler-Schwerpunkten die NPW für zeitgenössische Musik geöffnet habe. „Und er setzte auch populäre Akzente – etwa die Produktion von Verdis Aida auf Schalke vor 53.000 Zuschauern zur Eröffnung der Arena im August 2001“, erinnert Mefsut an eines der absoluten Highlights. Im Jahr 2007 verließ Wildner dann die NPW und zog weiter. In der Folge prägte er auch als Professor für Dirigieren an der Musikuniversität Wien eine ganze Generation neuer Dirigenten und Dirigentinnen.
Auch der heutige GMD Rasmus Baumann, der diesen Posten seit 2014 ausfüllt, ist voll des Lobes für seinen Vorgänger: „Seit Beginn meiner Amtszeit pflege ich einen engen, freundschaftlichen Kontakt zu Johannes Wildner. Ich habe ihn immer als sensationellen Netzwerker, treuen Ratgeber, engagierten Publikumsliebling und unfassbar fleißigen Kämpfer für die Musik erlebt, der mir in vielen Dingen ein Vorbild war und ist.“
Baumann glaubt, dass die NPW ohne Wildners Wirken „heute nicht so erfolgreich und stabil dastehen“ würde. Er freue sich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit ihm in der Spielzeit 2026/27. Denn dann wird der zum NPW-Ehrendirigenten ernannte Wildner für ein weiteres Dirigat ans hiesige Musiktheater im Revier zurückkehren.
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